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Publikationen (chronologisch)
  • Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft
    2023
    Thomas Eder, Thomas Raab, Michael Schwarz (Hrsg.)
    Oswald Wieners
    Theorie des Denkens
    Gespräche und Essays
    zu Grundfragen
    der Kognitionswissenschaft
    DE GRUYTER

    Was ist Intelligenz? Gescheitert scheint die intuitive Hypothese, sie sei eine Eigenschaft des einzelnen Organismus, die sich als Verhalten operationalisieren und als adaptive Leistung messen ließe. Denn die Interaktion des Einzelnen mit anderen, Gruppen und der Umwelt spielt der ökologischen Wende in der empirischen Psychologie und den Kognitionswissenschaften zufolge die entscheidende Rolle. Jüngst stellt sich daher die Frage „Was ist Intelligenz?“ gerade im Zusammenhang mit der maschinellen „Intelligenz“ und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen umso dringlicher.

    Von Beginn an auf Selbstbeobachtung und Kontext ausgerichtet, zählt Oswald Wiener (1935–2021) zu den Pionieren eines „Enaktivismus“ avant la lettre. Im Gegensatz zu dessen behavioristischer Ausrichtung beharrte er jedoch zeitlebens darauf, dass das Denken als Umgang mit innerlich hergestellten Gegenständen nicht nur ein irreduzibles Merkmal der Intelligenz, sondern auch ein Systemmerkmal unserer biologischen „Wetware“ ist. Diese Hypothesen leitete er – von Anfängen in der Kunst kommend – aus der systematischen Selbstbeobachtung der allgemeinen Intelligenz ab, die er mit formalen Lösungen spezieller Probleme auf Computern kontrastierte.

    Die drei Gespräche mit Wiener über die historische Theorieentwicklung und vier Essays in diesem Buch sollen diesen neuen und bislang zu wenig im akademischen Diskurs beachteten Ansatz der Denktheorie ein- und fortführen. Angelpunkt der Überlegungen ist Wieners letzter großer Aufsatz „Kybernetik und Gespenster“. (Klappentext)

    Eine Synthese von Selbstbeobachtung und Automatentheorie strebe ich nicht an. Es geht vielmehr um eine Gegenüberstellung: Was an den in der Selbstbeobachtung aufgefaßten Zusammenhängen lässt sich auf einigermaßen befriedigende Weise als eine Realisierung von Zusammenhängen innerhalb eines formalen Systems auffassen. Oder umgekehrt: Wie gut erfasst das Modell Automatentheorie wesentliche Züge des menschlichen Denkens?
    — Oswald Wiener (Backcover)

    Stimmen zum Buch

    „Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.“

    Antonio Damasio, Professor für Psychologie, Philosophie und Neurologie, University of Southern California

    „Oswald Wiener repräsentiert in seiner Person eine einzigartige Verknüpfung von literarischen und kognitionswissenschaftlichen Zugängen zu Fragen der künstlichen Intelligenz, der Kybernetik und des menschlichen Geistes. In Zeiten zunehmend erfolgreicher Simulation von Subjektivität ist sein originelles Denken aktueller denn je.“

    Thomas Fuchs, Karl-Jaspers-Professor für Philosophie und Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg

    „The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality“

    Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area

    „Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.“

    Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien

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    Verlagsinformationen

    https://doi.org/10.1515/9783110662870

    eBook ISBN: 9783110662870

    Broschur ISBN: 9783110659603

    Bibliographische Angabe

    Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.), 2023. Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter.

  • Pleomorphismus im Denken und die Computer-Metapher
    2023
    Michael Schwarz
    Pleomorphismus im
    Denken und die
    Computer-Metapher
    Weiser, Symbol und das Grounding-Problem

    Gespräch zwischen Oswald Wiener
    und Michael Schwarz

    Abstract

    In längeren Ausflügen pendelt das mit Oswald Wiener geführte Gespräch auf der einen Seite zwischen lebendigen Selbstbeobachtungen und dem Einordnen dieser Erlebnisse in verschiedene wichtige Begriffe seiner Theorie des Denkens und auf der anderen Seite dem Erörtern von theoretischen Grundlagen der Computer-Metapher wie sie als Modell für das Denken und eine künstliche Intelligenz herangezogen wird.

    Das in der Selbstbeobachtung konstatierbare frühe Stadium eines Gedankens oder Erkennens einer Allgemeinheit in ihrer potentiellen Vielgestaltigkeit wie es als Weiser beginnt und sich dann in Expansion und Assemblage dynamisch zu einem effektiven Erkennen oder Verstehen konkretisiert, nennt Wiener den „Pleomorphismus im Denken“, den er im Gespräch den „symbols“ der Automatentheorie (Alan Turing) und denen der „Physical Symbol System Hypothesis“ (Allen Newell und Herbert A. Simon) gegenüberstellt.

    Dieses Prinzip der Gegenüberstellung der Computer-Metapher (als Versuch der Formalisierung der Denkvorgänge) mit den durch Selbstbeobachtung erfassten Zusammenhängen des Denkens ist nach Wiener unumgänglich, weil erstens ein klares Verständnis der Leistungen menschlicher Intelligenz ohne seinen Strukturbegriff (der auf der universellen Turing-Maschine beruht) nicht möglich wäre und jedes klare Verständnis sich nach der „Church-Turing-These“ als Turing-Maschine darstellen lässt.

    Zweitens münden die intelligenten Leistungen des Denkens selbst, auch wenn sie sich aus einem Pleomorphismus entwickeln, in ein effektives Verstehen oder in rekursive Verfahren. Darüber hinaus wird das mit künstlichen neuronalen Netzen nur ungenügend gelöste Problem der „causal powers“ (John Searle), auch „Symbol Grounding Problem“ genannt, durch hybride Kognitionsmodelle (Stevan Harnad) in Bezug zur Selbstbeobachtung gesetzt.

    Schwierigkeiten der künstlichen neuronalen Netze sequenzielle, flexible, ebenenübergreifende Prozesse auszubilden (Geoffrey E. Hinton), d.h. rekursive Verfahren zu konstruieren, werden erläutert und auf die in der Selbstbeobachtung feststellbaren „Analogien“ und „Heterarchien“ und auf den „Stapelspeicher“ (John von Neumanns „Stack“) bezogen.

    Wieners theoretische Begriffe wie Orientierung, Stimmung, Pleomorphismus, Expansion und Assemblage, Prosthese, Prototyp sowie Bootstrapping werden diskutiert, um den Bau einer alternativen Theorie des Denkens und der Intelligenz anzuregen.

    Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, Computer-Metapher, künstliche Intelligenz, Symbolsysteme, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze

    Verlagsinformationen

    https://doi.org/10.1515/9783110662870-004

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphismus im Denken und die Computer-Metapher. Weiser, Symbol und das „Grounding“-Problem. Gespräch zwischen Oswald Wiener und Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 111–179.

  • Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur Aktualgenese
    2023
    Michael Schwarz
    Kognitive Zeichen —
    Von der Ontogenese zur
    Aktualgenese
    Eine Psychogenese in Anlehnung
    an James Mark Baldwin und Jean Piaget

    Abstract

    Mit der Feststellung gewisser Parallelen des kindlichen Denkens (Jean Piaget: Synkretismus) zu der aktualgenetisch frühen Form des Erkennens beim Erwachsenen (Oswald Wiener: Pleomorphismus) und den Gemeinsamkeiten von Symbol (Piaget) und Weiser (Wiener), die im Essay zusammenfassend als kognitive Zeichen bezeichnet werden, wird dann die kindliche Ontogenese bis zur ersten Ausbildung und Anwendung dieser kognitiven Zeichen nachgezeichnet.

    Als Grundlage der Psychogenese wird die von James Mark Baldwin eingeführte Zirkulärreaktion herangezogen und durch die detaillierteren Beobachtungen Piagets ergänzt, um die strukturellen Bedingungen der kognitiven Zeichen besser zu verstehen, die als Minimalbedingungen der menschlich-gegenständlichen (auch affektiven) Intelligenz angesehen werden können.

    Gleichzeitig werden damit die Bedingungen einer Fundierung arbiträrer Zeichen (Sprache, Symbole), auch bekannt als „Symbol Grounding Problem“ (Stevan Harnad), aufgezeigt.

    Die Schwierigkeiten kognitionswissenschaftlicher (symbolischer, konnektionistischer oder hybrider) KI-Modelle zeigen sich darin, dass sie zumeist entweder den strukturellen Gehalt kognitiver Zeichen (ihre Orientierung) eskamotieren oder die notwendige Gesamtstruktur des Organismus ignorieren, die kognitive Zeichen überhaupt erst hervorbringt.

    Erst die Differenzierung und Distanzierung durch das kognitive Zeichen schafft ein Objekt (Permanenz) und ein Erkennen (auch außerhalb der aktuellen Situation). Kognitive Zeichen können arbiträre Zeichen fundieren, vor allem aber bilden sie die Grundlage von effektiven Zusammenhängen, die sie in einer aktualen Genese des Erkennens dem Denken zugänglich machen.

    Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, künstliche Intelligenz, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze

    Verlagsinformationen

    https://doi.org/10.1515/9783110662870-006

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2023. Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur Aktualgenese. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 209–257.

  • Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science
    2023
    Thomas Eder, Thomas Raab, Michael Schwarz (eds.)
    Oswald Wiener’s
    Theory of Thought
    Conversations and Essays
    on Fundamental Issues
    in Cognitive Science
    DE GRUYTER

    What is intelligence? From today’s perspective, the intuitive hypothesis that intelligence is a feature of individual organisms that can be operationalized and measured by adaptive performance appears to have failed. Since the ecological turn in both empirical psychology and cognitive science, the crucial role has instead been assigned to the inter action of the individual with conspecifics, groups, and the environment. Hence, the question “What is intelligence?” has become even more urgent, especially in the context of machine “intelligence” and its social implications.

    Throughout a life focused on introspection and context, Oswald Wiener (1935—2021) was a pioneer of such an “enactivism” before the word even existed. However, in contrast with the behaviorist orientation of this enactivism, Wiener in sisted that thinking, as a process applied to internally generated proxy objects, is an irreducible feature of not only intelligence but also our biological wetware. From his starting point in the arts, he derived such hypotheses from a systematic introspection of general intel ligence, which he contrasted with formal computer-based solu tions to special problems.

    In this book, three conversations with Wiener about the development of his theory and four essays introduce and elaborate on this new ap proach to the theory of thought, which has previously received too little attention in academic discourse. A pivotal role is played by Wiener’s last major essay “Cybernetics and Ghosts.”

    “I do not aim at a synthesis of introspection and automata theory but rather at contrasting them. Which relationships identified in introspection can — in a fairly satisfactory way — be understood as realizations of relationships within a formal system, e.g., the formal system of automata theory. Or the other way around: How well does automata theory as a model (i.e., the computer as mental metaphor, ‘Physical Symbol Systems,’ today’s Artificial Intelligence ...) capture essential features of human thought? What does ‘in a fairly satisfactory way’ mean in this context? What, and how strongly, does the formal system abstract from natural processes?”
    — Oswald Wiener (Backcover)

    Comments on the book

    “Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.”

    Antonio Damasio, Professor of Psychology, Philosophy, and Neurology, University of Southern California

    “Oswald Wiener uniquely combines literary and cognitive science approaches to questions of artificial intelligence, cybernetics, and the human mind. In times of increasingly successful simulations of subjectivity, his original thinking is more relevant than ever.”

    Thomas Fuchs, Karl Jaspers Professor of Philosophy and Psychiatry, Psychiatric University Hospital Heidelberg

    “The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality.”

    Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area

    “Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.”

    Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien

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    Publisher's information

    https://doi.org/10.1515/9783110662894

    eBook ISBN: 9783110662894

    Broschur ISBN: 9783110659610

    Citation

    Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.), 2023. Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter.

  • Pleomorphism in Thought and the Computational Metaphor
    2023
    Michael Schwarz
    Pleomorphismus in
    Thought and the
    Computational Metaphor
    Seed, Symbol, and the Grounding Problem

    A Conversation between Oswald Wiener
    and Michael Schwarz

    Abstract

    The early stage of a thought (seed), which can be detected in introspection and which concretizes dynamically to a recognition, Wiener calls in the conversation the "Pleomorphism in Thought". He contrasts this potential polymorphism with the "symbols" of the automata theory (Alan Turing) and those of the "Physical Symbol System Hypothesis" (Allen Newell/Herbert A. Simon). The difficulties of artificial neural networks to construct recursive procedures (Geoffrey E. Hinton) are explained and related to the lack of seeds as multiply determined analogies which can form dynamic heterarchies in reasoning, as e.g. in John von Neumann's "stack". Furthermore, the insufficiently solved problem of "causal powers" (John Searle) or the "Symbol Grounding Problem" (Stevan Harnad) is discussed and related to experiences from introspection.

    Wiener’s theoretical concepts such as orientation, attunement, pleomorphism, expansion and assembly, prosthesis, prototype, as well as bootstrapping are discussed in order to stimulate the construction of an alternative theory of thought and intelligence.

    Keywords: theory of thought, introspection, computational metaphor, artificial intelligence, symbol systems, the grounding problem, artificial neural networks.

    Publisher's information

    https://doi.org/10.1515/9783110662870-004

    Citation

    Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphism in Thought and the Computational Metaphor. Seed, Symbol, and the “Grounding Problem. A Conversation between Oswald Wiener and Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 101–163.

  • Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual Genesis
    2023
    Michael Schwarz
    Cognitive Symbols:
    From Ontogeny to
    Their Actual Genesis
    A Psychogenesis Based on
    James Mark Baldwin and Jean Piaget

    Abstract

    In early childhood development, with the stage of generating cognitive symbols (Piaget's symbols and Wiener's seeds) and relating them to the environment, a structural prerequisite for human representational intelligence is reached. The ontogeny of these abilities pointed out by Baldwin and Piaget can support some assumptions from introspection and be related to questions of cognitive science. For it is the more complex overall structure of cognition in dealing with cognitive symbols that enables the grounding of arbitrary signs, i.e., the "symbol grounding" of a language and sign use. The essential difference of the cognitive symbol to a static sign or arbitrary symbol lies, besides its sensorimotor foundation, in an actual genesis, which in the thinking of the adult can lead to the isomorphism of the thoughts with the objects/situations related to them.

    Keywords: theory of thought, introspection, artificial intelligence, the grounding problem, artificial neural networks.

    Publisher's information

    https://doi.org/10.1515/9783110662894-006

    Citation

    Schwarz, Michael, 2023. Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual Genesis. A Psychogenesis Based on James Mark Baldwin and Jean Piaget. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 191–234.

  • Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur Laufumgebung
    2015
    Michael Schwarz
    Introspektive Aspekte des
    Operativen und Figurativen
    in Bezug zur Laufumgebung

    Abstract

    Der Aufsatz soll introspektive Argumente für die Problematisierung der zu leicht eingängigen Unterscheidung zwischen dem operativen und dem figurativen Denken in der psychologischen Erkenntnistheorie sammeln.

    Anhand von Beschreibungen der eigenen einschlägigen Selbstbeobachtungen sowie in der Auswertung von Selbstbeobachtungs-Berichten beim Erlernen und dem Umgang mit den PELOT-Figuren (einer Versuchsreihe, die mit Teilnehmenden der Veranstaltung: Oswald Wiener. Innenschau, Zusammenschau 2011, kunsthaus muerz, durchgeführt wurde), soll die Schwierigkeit dieser Dichotomie aufgezeigt, aber auch Lösungsansätze diskutiert werden.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur Laufumgebung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 165–189.

  • Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle Selbstbeobachtung
    2015
    Michael Schwarz
    Wendepunkte in der historischen
    Debatte um die experimentelle
    Selbstbeobachtung

    Abstract

    Dieser Aufsatz kann als ein lebendiger Querschnitt aus einem historischen Höhe- und Wendepunkt in der auf experimenteller Selbstbeobachtung beruhenden Denkpsychologie verstanden werden. Intendiert war, für eine Diskussion um die Rolle der Selbstbeobachtung in den kognitiven Wissenschaften wichtige Grundsatzdebatten, die in der Geschichtsschreibung oft bis zur Bedeutungslosigkeit nivelliert worden sind, in ihren wesentlichen Gedankengängen erneut nachvollziehbar zu machen.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle Selbstbeobachtung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 389–441.

  • Die PELOT-Figuren
    2015
    Michael Schwarz
    Die PELOT-Figuren

    Abstract

    In dieser Selbstbeobachtungs-Aufgabe sind in Anlehnung an eine Versuchsreihe von 1926 des serbischen Denkpsychologen B. P. Stevanovic (vergleichbar auch mit den GREEBLE-Figuren von Isabel Gauthier 1997 und später) fünf Strichfiguren und ihre Benennung soweit auswendig zu lernen, dass allein bei ihrer Namensnennung die Figur vorgestellt und schließlich auch mit Bleistift auf Papier (so exakt wie möglich) aufgezeichnet werden kann. Im Zentrum der Aufgabe steht die operative und die figurative Rolle des Denkens im Erkennen.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Die PELOT-Figuren. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 451–462.

  • SB-Aufgabe: Auge
    2015
    Oswald Wiener, Michael Schwarz
    SB-Aufgabe: Auge

    Abstract

    Diese Selbstbeobachtungsaufgabe wurde in Anlehnung an eine mathematische Knotenaufgabe von Meike Akveld (2007) formuliert.

    Akveld, Meike, 2007. Knoten in der Mathematik. Ein Spiel mit Schnüren, Bildern und Formeln. Zürich: Orell Füssli Verlag AG.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Wiener, Oswald und Michael Schwarz, 2015. SB-Aufgabe: Auge. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 463–465.

  • Selbstbeobachtungskonzepte
    2015
    Michael Schwarz
    Selbstbeobachtungskonzepte

    Abstract

    Der Kompendiumsbeitrag Selbstbeobachtungskonzepte zeichnet die historische Entwicklung und theoretische Bedeutung der Selbstbeobachtung (Introspektion) als zentrales methodi-sches Prinzip der Psychologie nach. Ausgehend von der vorbehavioristischen Phase des 19. Jahrhunderts – mit Vertretern wie Weber, Fechner, Wundt und der Würzburger Schule – wird dargestellt, wie die experimentelle Selbstbeobachtung zur Erforschung des Denkens und zur Ablösung der Assoziationspsychologie beitrug. Die Methode wird in der erkenntnis-theoretischen Tradition von Descartes, Locke, Brentano und Stumpf verortet, für die die unmittelbare Wahrnehmung psychischer Vorgänge als Voraussetzung psychologischer Erkenntnis gilt. Die experimentellen Arbeiten von Watt, Ach, Bühler und Selz markieren den Übergang zu kognitiven Strukturtheorien, in denen Denken als organisierte, aufgaben-bezogene Aktivität verstanden wird. Der Beitrag reflektiert die Rezeption historischer Diskurse, kritisiert die Verkürzung introspektiver Befunde im kognitiven Paradigma (als Informationsverarbeitung) und verweist auf neuere Wiederaufnahmen durch Wiener, Baum, diSessa und andere. Insgesamt plädiert der Text für eine Neubewertung der Selbst-beobachtung als epistemisch anspruchsvolles, mit modernen Kognitions- und Bewusstseins-theorien kompatibles Forschungsinstrument.

    Verlagsinformationen

    suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2154

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Selbstbeobachtungskonzepte. In: Galliker, Mark und Uwe Wolfradt (Hrsg.): Kompendium psychologischer Theorien. Berlin: Suhrkamp, 410–413.

  • Experimentelle Ästhetik
    2006
    Michael Schwarz
    Experimentelle Ästhetik
    Seminarskript
    Universität der Künste Berlin WS 2006/07
    Humboldt-Universität zu Berlin SoSe 2007

    Abstract

    „Ich erkenne eine Maschine, weil sie etwas tut, das ich auch schon einmal getan habe. (...) Ich habe mich, seit ich diese Passage schrieb, daran gemacht, das Wackeln mit dem linken Ohr alleine zu erlernen“. (Oswald Wiener, Probleme der Künstlichen Intelligenz, 1990)

    „Es wird eines Tags, daran zweifle ich nicht, zu wissenschaftlichen Darstellungskonventionen für die Mechanismen der Vorstellung kommen, aber damit wird die künstlerische Avantgarde wieder einmal eine von ihr entdeckte Bonanza der Psychologie übergeben haben.“ Oswald Wiener

    Viele Fragestellungen in der psychologischen und physiologischen Forschung sind parallel oder meistens erst nach einer künstlerischen Festschreibung experimentell untersucht worden. So z.B. die Thematisierung der Bewegung durch den Futurismus oder Marcel Duchamps Suche nach ihrer „Nacktheit“ oder „Abstraktheit“ und die damit angedeutete Frage, ob die Bewegung ein eigenständiges Phänomen oder an die Identität eines sich bewegenden Objektes gebunden ist. Kann eine Rekonstruktion der tachistoskopischen Versuche zum Bewegungssehen von Max Wertheimer und sein „Phi-Phänomen“ darüber Auskunft geben? Um diese und andere Fragen praktisch erfahrbar und kritisch nachvollziehbar zu halten, sollen einige der markantesten Wahrnehmungsexperimente, Denk- und Vorstellungsversuche im Seminar durchgeführt werden. Experimente zu Figur und Grund (E. Rubin 1921), zur Farbkonstanz (D. Katz 1930), zum Tiefensehen (B. Julesz 1960) und vor allem auch zur Veränderlichkeit der Wahrnehmungswelt (I. Kohler 1951) durch sensomotorisches Erlernen und Einüben sollen thematisiert werden. Neben den praktischen Versuchen werden Physiologen wie H. von Helmholtz, Psychologen wie Ch. von Ehrenfels und Künstler/innen mit ihren ästhetischen Theorien zu Wort kommen. Ein umfassendes Verständnis der experimentellen Ergebnisse soll mit einer Einführung in den Strukturbegriff von Oswald Wiener und der in Inbeziehungsetzung von Gestalt und Struktur erreicht werden. Schließlich sollen Überlegungen zu Problemen der Strukturentstehung, d.h. zu den Bildungs- (O. Selz) oder Entwicklungsgesetzen (J. Piaget, H. Werner), der „Faltung von Zeichenketten“ (O. Wiener) und ihren erkenntnistheoretischen Grenzen (K. Gödel, A. Turing) die komplexen Herausforderungen einer naturwissenschaftlichen Ästhetik in aktuellster Fragestellung begreiflich machen.

    Weiteres

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2006. Experimentelle Ästhetik. Berlin [unveröffentlicht].

  • C-Programmieren für Künstler
    2002
    Michael Schwarz
    C-Programmieren für Künstler

    Abstract

    Die Aufgabe, die sich das Buch zum Ziel gesetzt hat, ist: Jenen, die mit einem Computer arbeiten möchten, einerseits ein praktisches Verständnis über den Aufbau von Computern sowie einen tiefgreifenden Umgang damit zu vermitteln. Andererseits soll versucht werden, in einer kompakten Einführung in die Programmiersprache "C", auf schnellst möglichem Wege dem Programmier-Anfänger den Zugriff auf die für Künstler interessanten Schnittstellen zu ermöglichen, wie z.B. auf die Grafikkarte, den Drucker und andere verschiedene Eingabe- und Ausgabegeräte.

    Wer ein Projekt auf den heutzutage sehr leistungsfähigen Computern entwickeln möchte, stößt meist nicht an technische Grenzen, sondern in erster Linie an die dem "Anwender" von Computerprogrammen vom Programmierer vorgegebenen Möglichkeiten. Letzter und meiner Meinung nach einziger Ausweg sich solchen Beschränkungen zu entziehen, ist, selbst zu programmieren, d.h. die Weiterbildung vom "Anwender" zum "Entwickler" von Programmen.

    Weiteres

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2002. C-Programmieren für Künstler. Berlin [unveröffentlicht].

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Publikationen (chronologisch)
  • 2023 – Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft
    Thomas Eder, Thomas Raab, Michael Schwarz (Hrsg.)
    Oswald Wieners
    Theorie des Denkens
    Gespräche und Essays
    zu Grundfragen
    der Kognitionswissenschaft
    DE GRUYTER

    Was ist Intelligenz? Gescheitert scheint die intuitive Hypothese, sie sei eine Eigenschaft des einzelnen Organismus, die sich als Verhalten operationalisieren und als adaptive Leistung messen ließe. Denn die Interaktion des Einzelnen mit anderen, Gruppen und der Umwelt spielt der ökologischen Wende in der empirischen Psychologie und den Kognitionswissenschaften zufolge die entscheidende Rolle. Jüngst stellt sich daher die Frage „Was ist Intelligenz?“ gerade im Zusammenhang mit der maschinellen „Intelligenz“ und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen umso dringlicher.

    Von Beginn an auf Selbstbeobachtung und Kontext ausgerichtet, zählt Oswald Wiener (1935–2021) zu den Pionieren eines „Enaktivismus“ avant la lettre. Im Gegensatz zu dessen behavioristischer Ausrichtung beharrte er jedoch zeitlebens darauf, dass das Denken als Umgang mit innerlich hergestellten Gegenständen nicht nur ein irreduzibles Merkmal der Intelligenz, sondern auch ein Systemmerkmal unserer biologischen „Wetware“ ist. Diese Hypothesen leitete er – von Anfängen in der Kunst kommend – aus der systematischen Selbstbeobachtung der allgemeinen Intelligenz ab, die er mit formalen Lösungen spezieller Probleme auf Computern kontrastierte.

    Die drei Gespräche mit Wiener über die historische Theorieentwicklung und vier Essays in diesem Buch sollen diesen neuen und bislang zu wenig im akademischen Diskurs beachteten Ansatz der Denktheorie ein- und fortführen. Angelpunkt der Überlegungen ist Wieners letzter großer Aufsatz „Kybernetik und Gespenster“. (Klappentext)

    Eine Synthese von Selbstbeobachtung und Automatentheorie strebe ich nicht an. Es geht vielmehr um eine Gegenüberstellung: Was an den in der Selbstbeobachtung aufgefaßten Zusammenhängen lässt sich auf einigermaßen befriedigende Weise als eine Realisierung von Zusammenhängen innerhalb eines formalen Systems auffassen. Oder umgekehrt: Wie gut erfasst das Modell Automatentheorie wesentliche Züge des menschlichen Denkens?
    — Oswald Wiener (Backcover)

    Stimmen zum Buch

    „Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.“

    Antonio Damasio, Professor für Psychologie, Philosophie und Neurologie, University of Southern California

    „Oswald Wiener repräsentiert in seiner Person eine einzigartige Verknüpfung von literarischen und kognitionswissenschaftlichen Zugängen zu Fragen der künstlichen Intelligenz, der Kybernetik und des menschlichen Geistes. In Zeiten zunehmend erfolgreicher Simulation von Subjektivität ist sein originelles Denken aktueller denn je.“

    Thomas Fuchs, Karl-Jaspers-Professor für Philosophie und Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg

    „The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality“

    Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area

    „Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.“

    Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien

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    Verlagsinformationen

    https://doi.org/10.1515/9783110662870

    eBook ISBN: 9783110662870

    Broschur ISBN: 9783110659603

    Bibliographische Angabe

    Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.), 2023. Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter.

  • 2023 – Pleomorphismus im Denken und die Computer-Metapher
    Michael Schwarz
    Pleomorphismus im
    Denken und die
    Computer-Metapher
    Weiser, Symbol und das Grounding-Problem

    Gespräch zwischen Oswald Wiener
    und Michael Schwarz

    Abstract

    In längeren Ausflügen pendelt das mit Oswald Wiener geführte Gespräch auf der einen Seite zwischen lebendigen Selbstbeobachtungen und dem Einordnen dieser Erlebnisse in verschiedene wichtige Begriffe seiner Theorie des Denkens und auf der anderen Seite dem Erörtern von theoretischen Grundlagen der Computer-Metapher wie sie als Modell für das Denken und eine künstliche Intelligenz herangezogen wird.

    Das in der Selbstbeobachtung konstatierbare frühe Stadium eines Gedankens oder Erkennens einer Allgemeinheit in ihrer potentiellen Vielgestaltigkeit wie es als Weiser beginnt und sich dann in Expansion und Assemblage dynamisch zu einem effektiven Erkennen oder Verstehen konkretisiert, nennt Wiener den „Pleomorphismus im Denken“, den er im Gespräch den „symbols“ der Automatentheorie (Alan Turing) und denen der „Physical Symbol System Hypothesis“ (Allen Newell und Herbert A. Simon) gegenüberstellt.

    Dieses Prinzip der Gegenüberstellung der Computer-Metapher (als Versuch der Formalisierung der Denkvorgänge) mit den durch Selbstbeobachtung erfassten Zusammenhängen des Denkens ist nach Wiener unumgänglich, weil erstens ein klares Verständnis der Leistungen menschlicher Intelligenz ohne seinen Strukturbegriff (der auf der universellen Turing-Maschine beruht) nicht möglich wäre und jedes klare Verständnis sich nach der „Church-Turing-These“ als Turing-Maschine darstellen lässt.

    Zweitens münden die intelligenten Leistungen des Denkens selbst, auch wenn sie sich aus einem Pleomorphismus entwickeln, in ein effektives Verstehen oder in rekursive Verfahren. Darüber hinaus wird das mit künstlichen neuronalen Netzen nur ungenügend gelöste Problem der „causal powers“ (John Searle), auch „Symbol Grounding Problem“ genannt, durch hybride Kognitionsmodelle (Stevan Harnad) in Bezug zur Selbstbeobachtung gesetzt.

    Schwierigkeiten der künstlichen neuronalen Netze sequenzielle, flexible, ebenenübergreifende Prozesse auszubilden (Geoffrey E. Hinton), d.h. rekursive Verfahren zu konstruieren, werden erläutert und auf die in der Selbstbeobachtung feststellbaren „Analogien“ und „Heterarchien“ und auf den „Stapelspeicher“ (John von Neumanns „Stack“) bezogen.

    Wieners theoretische Begriffe wie Orientierung, Stimmung, Pleomorphismus, Expansion und Assemblage, Prosthese, Prototyp sowie Bootstrapping werden diskutiert, um den Bau einer alternativen Theorie des Denkens und der Intelligenz anzuregen.

    Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, Computer-Metapher, künstliche Intelligenz, Symbolsysteme, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze

    Verlagsinformationen

    https://doi.org/10.1515/9783110662870-004

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphismus im Denken und die Computer-Metapher. Weiser, Symbol und das „Grounding“-Problem. Gespräch zwischen Oswald Wiener und Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 111–179.

  • 2023 – Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur Aktualgenese
    Michael Schwarz
    Kognitive Zeichen —
    Von der Ontogenese zur
    Aktualgenese
    Eine Psychogenese in Anlehnung
    an James Mark Baldwin und Jean Piaget

    Abstract

    Mit der Feststellung gewisser Parallelen des kindlichen Denkens (Jean Piaget: Synkretismus) zu der aktualgenetisch frühen Form des Erkennens beim Erwachsenen (Oswald Wiener: Pleomorphismus) und den Gemeinsamkeiten von Symbol (Piaget) und Weiser (Wiener), die im Essay zusammenfassend als kognitive Zeichen bezeichnet werden, wird dann die kindliche Ontogenese bis zur ersten Ausbildung und Anwendung dieser kognitiven Zeichen nachgezeichnet.

    Als Grundlage der Psychogenese wird die von James Mark Baldwin eingeführte Zirkulärreaktion herangezogen und durch die detaillierteren Beobachtungen Piagets ergänzt, um die strukturellen Bedingungen der kognitiven Zeichen besser zu verstehen, die als Minimalbedingungen der menschlich-gegenständlichen (auch affektiven) Intelligenz angesehen werden können.

    Gleichzeitig werden damit die Bedingungen einer Fundierung arbiträrer Zeichen (Sprache, Symbole), auch bekannt als „Symbol Grounding Problem“ (Stevan Harnad), aufgezeigt.

    Die Schwierigkeiten kognitionswissenschaftlicher (symbolischer, konnektionistischer oder hybrider) KI-Modelle zeigen sich darin, dass sie zumeist entweder den strukturellen Gehalt kognitiver Zeichen (ihre Orientierung) eskamotieren oder die notwendige Gesamtstruktur des Organismus ignorieren, die kognitive Zeichen überhaupt erst hervorbringt.

    Erst die Differenzierung und Distanzierung durch das kognitive Zeichen schafft ein Objekt (Permanenz) und ein Erkennen (auch außerhalb der aktuellen Situation). Kognitive Zeichen können arbiträre Zeichen fundieren, vor allem aber bilden sie die Grundlage von effektiven Zusammenhängen, die sie in einer aktualen Genese des Erkennens dem Denken zugänglich machen.

    Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, künstliche Intelligenz, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze

    Verlagsinformationen

    https://doi.org/10.1515/9783110662870-006

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2023. Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur Aktualgenese. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 209–257.

  • 2023 – Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science
    Thomas Eder, Thomas Raab, Michael Schwarz (eds.)
    Oswald Wiener’s
    Theory of Thought
    Conversations and Essays
    on Fundamental Issues
    in Cognitive Science
    DE GRUYTER

    What is intelligence? From today’s perspective, the intuitive hypothesis that intelligence is a feature of individual organisms that can be operationalized and measured by adaptive performance appears to have failed. Since the ecological turn in both empirical psychology and cognitive science, the crucial role has instead been assigned to the inter action of the individual with conspecifics, groups, and the environment. Hence, the question “What is intelligence?” has become even more urgent, especially in the context of machine “intelligence” and its social implications.

    Throughout a life focused on introspection and context, Oswald Wiener (1935—2021) was a pioneer of such an “enactivism” before the word even existed. However, in contrast with the behaviorist orientation of this enactivism, Wiener in sisted that thinking, as a process applied to internally generated proxy objects, is an irreducible feature of not only intelligence but also our biological wetware. From his starting point in the arts, he derived such hypotheses from a systematic introspection of general intel ligence, which he contrasted with formal computer-based solu tions to special problems.

    In this book, three conversations with Wiener about the development of his theory and four essays introduce and elaborate on this new ap proach to the theory of thought, which has previously received too little attention in academic discourse. A pivotal role is played by Wiener’s last major essay “Cybernetics and Ghosts.”

    “I do not aim at a synthesis of introspection and automata theory but rather at contrasting them. Which relationships identified in introspection can — in a fairly satisfactory way — be understood as realizations of relationships within a formal system, e.g., the formal system of automata theory. Or the other way around: How well does automata theory as a model (i.e., the computer as mental metaphor, ‘Physical Symbol Systems,’ today’s Artificial Intelligence ...) capture essential features of human thought? What does ‘in a fairly satisfactory way’ mean in this context? What, and how strongly, does the formal system abstract from natural processes?”
    — Oswald Wiener (Backcover)

    Comments on the book

    “Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.”

    Antonio Damasio, Professor of Psychology, Philosophy, and Neurology, University of Southern California

    “Oswald Wiener uniquely combines literary and cognitive science approaches to questions of artificial intelligence, cybernetics, and the human mind. In times of increasingly successful simulations of subjectivity, his original thinking is more relevant than ever.”

    Thomas Fuchs, Karl Jaspers Professor of Philosophy and Psychiatry, Psychiatric University Hospital Heidelberg

    “The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality.”

    Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area

    “Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.”

    Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien

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    Publisher's information

    https://doi.org/10.1515/9783110662894

    eBook ISBN: 9783110662894

    Broschur ISBN: 9783110659610

    Citation

    Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.), 2023. Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter.

  • 2023 – Pleomorphism in Thought and the Computational Metaphor
    Michael Schwarz
    Pleomorphismus in
    Thought and the
    Computational Metaphor
    Seed, Symbol, and the Grounding Problem

    A Conversation between Oswald Wiener
    and Michael Schwarz

    Abstract

    The early stage of a thought (seed), which can be detected in introspection and which concretizes dynamically to a recognition, Wiener calls in the conversation the "Pleomorphism in Thought". He contrasts this potential polymorphism with the "symbols" of the automata theory (Alan Turing) and those of the "Physical Symbol System Hypothesis" (Allen Newell/Herbert A. Simon). The difficulties of artificial neural networks to construct recursive procedures (Geoffrey E. Hinton) are explained and related to the lack of seeds as multiply determined analogies which can form dynamic heterarchies in reasoning, as e.g. in John von Neumann's "stack". Furthermore, the insufficiently solved problem of "causal powers" (John Searle) or the "Symbol Grounding Problem" (Stevan Harnad) is discussed and related to experiences from introspection.

    Wiener’s theoretical concepts such as orientation, attunement, pleomorphism, expansion and assembly, prosthesis, prototype, as well as bootstrapping are discussed in order to stimulate the construction of an alternative theory of thought and intelligence.

    Keywords: theory of thought, introspection, computational metaphor, artificial intelligence, symbol systems, the grounding problem, artificial neural networks.

    Publisher's information

    https://doi.org/10.1515/9783110662870-004

    Citation

    Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphism in Thought and the Computational Metaphor. Seed, Symbol, and the “Grounding Problem. A Conversation between Oswald Wiener and Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 101–163.

  • 2023 – Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual Genesis
    Michael Schwarz
    Cognitive Symbols:
    From Ontogeny to
    Their Actual Genesis
    A Psychogenesis Based on
    James Mark Baldwin and Jean Piaget

    Abstract

    In early childhood development, with the stage of generating cognitive symbols (Piaget's symbols and Wiener's seeds) and relating them to the environment, a structural prerequisite for human representational intelligence is reached. The ontogeny of these abilities pointed out by Baldwin and Piaget can support some assumptions from introspection and be related to questions of cognitive science. For it is the more complex overall structure of cognition in dealing with cognitive symbols that enables the grounding of arbitrary signs, i.e., the "symbol grounding" of a language and sign use. The essential difference of the cognitive symbol to a static sign or arbitrary symbol lies, besides its sensorimotor foundation, in an actual genesis, which in the thinking of the adult can lead to the isomorphism of the thoughts with the objects/situations related to them.

    Keywords: theory of thought, introspection, artificial intelligence, the grounding problem, artificial neural networks.

    Publisher's information

    https://doi.org/10.1515/9783110662894-006

    Citation

    Schwarz, Michael, 2023. Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual Genesis. A Psychogenesis Based on James Mark Baldwin and Jean Piaget. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 191–234.

  • 2015 – Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur Laufumgebung
    Michael Schwarz
    Introspektive Aspekte des
    Operativen und Figurativen
    in Bezug zur Laufumgebung

    Abstract

    Der Aufsatz soll introspektive Argumente für die Problematisierung der zu leicht eingängigen Unterscheidung zwischen dem operativen und dem figurativen Denken in der psychologischen Erkenntnistheorie sammeln.

    Anhand von Beschreibungen der eigenen einschlägigen Selbstbeobachtungen sowie in der Auswertung von Selbstbeobachtungs-Berichten beim Erlernen und dem Umgang mit den PELOT-Figuren (einer Versuchsreihe, die mit Teilnehmenden der Veranstaltung: Oswald Wiener. Innenschau, Zusammenschau 2011, kunsthaus muerz, durchgeführt wurde), soll die Schwierigkeit dieser Dichotomie aufgezeigt, aber auch Lösungsansätze diskutiert werden.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur Laufumgebung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 165–189.

  • 2015 – Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle Selbstbeobachtung
    Michael Schwarz
    Wendepunkte in der historischen
    Debatte um die experimentelle
    Selbstbeobachtung

    Abstract

    Dieser Aufsatz kann als ein lebendiger Querschnitt aus einem historischen Höhe- und Wendepunkt in der auf experimenteller Selbstbeobachtung beruhenden Denkpsychologie verstanden werden. Intendiert war, für eine Diskussion um die Rolle der Selbstbeobachtung in den kognitiven Wissenschaften wichtige Grundsatzdebatten, die in der Geschichtsschreibung oft bis zur Bedeutungslosigkeit nivelliert worden sind, in ihren wesentlichen Gedankengängen erneut nachvollziehbar zu machen.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle Selbstbeobachtung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 389–441.

  • 2015 – Die PELOT-Figuren
    Michael Schwarz
    Die PELOT-Figuren

    Abstract

    In dieser Selbstbeobachtungs-Aufgabe sind in Anlehnung an eine Versuchsreihe von 1926 des serbischen Denkpsychologen B. P. Stevanovic (vergleichbar auch mit den GREEBLE-Figuren von Isabel Gauthier 1997 und später) fünf Strichfiguren und ihre Benennung soweit auswendig zu lernen, dass allein bei ihrer Namensnennung die Figur vorgestellt und schließlich auch mit Bleistift auf Papier (so exakt wie möglich) aufgezeichnet werden kann. Im Zentrum der Aufgabe steht die operative und die figurative Rolle des Denkens im Erkennen.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Die PELOT-Figuren. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 451–462.

  • 2015 – SB-Aufgabe: Auge
    Oswald Wiener, Michael Schwarz
    SB-Aufgabe: Auge

    Abstract

    Diese Selbstbeobachtungsaufgabe wurde in Anlehnung an eine mathematische Knotenaufgabe von Meike Akveld (2007) formuliert.

    Akveld, Meike, 2007. Knoten in der Mathematik. Ein Spiel mit Schnüren, Bildern und Formeln. Zürich: Orell Füssli Verlag AG.

    Verlagsinformationen

    edition suhrkamp 2669

    Bibliographische Angabe

    Wiener, Oswald und Michael Schwarz, 2015. SB-Aufgabe: Auge. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 463–465.

  • 2015 – Selbstbeobachtungskonzepte
    Michael Schwarz
    Selbstbeobachtungskonzepte

    Abstract

    Der Kompendiumsbeitrag Selbstbeobachtungskonzepte zeichnet die historische Entwicklung und theoretische Bedeutung der Selbstbeobachtung (Introspektion) als zentrales methodi-sches Prinzip der Psychologie nach. Ausgehend von der vorbehavioristischen Phase des 19. Jahrhunderts – mit Vertretern wie Weber, Fechner, Wundt und der Würzburger Schule – wird dargestellt, wie die experimentelle Selbstbeobachtung zur Erforschung des Denkens und zur Ablösung der Assoziationspsychologie beitrug. Die Methode wird in der erkenntnis-theoretischen Tradition von Descartes, Locke, Brentano und Stumpf verortet, für die die unmittelbare Wahrnehmung psychischer Vorgänge als Voraussetzung psychologischer Erkenntnis gilt. Die experimentellen Arbeiten von Watt, Ach, Bühler und Selz markieren den Übergang zu kognitiven Strukturtheorien, in denen Denken als organisierte, aufgaben-bezogene Aktivität verstanden wird. Der Beitrag reflektiert die Rezeption historischer Diskurse, kritisiert die Verkürzung introspektiver Befunde im kognitiven Paradigma (als Informationsverarbeitung) und verweist auf neuere Wiederaufnahmen durch Wiener, Baum, diSessa und andere. Insgesamt plädiert der Text für eine Neubewertung der Selbst-beobachtung als epistemisch anspruchsvolles, mit modernen Kognitions- und Bewusstseins-theorien kompatibles Forschungsinstrument.

    Verlagsinformationen

    suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2154

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2015. Selbstbeobachtungskonzepte. In: Galliker, Mark und Uwe Wolfradt (Hrsg.): Kompendium psychologischer Theorien. Berlin: Suhrkamp, 410–413.

  • 2006 – Experimentelle Ästhetik
    Michael Schwarz
    Experimentelle Ästhetik
    Seminarskript
    Universität der Künste Berlin WS 2006/07
    Humboldt-Universität zu Berlin SoSe 2007

    Abstract

    „Ich erkenne eine Maschine, weil sie etwas tut, das ich auch schon einmal getan habe. (...) Ich habe mich, seit ich diese Passage schrieb, daran gemacht, das Wackeln mit dem linken Ohr alleine zu erlernen“. (Oswald Wiener, Probleme der Künstlichen Intelligenz, 1990)

    „Es wird eines Tags, daran zweifle ich nicht, zu wissenschaftlichen Darstellungskonventionen für die Mechanismen der Vorstellung kommen, aber damit wird die künstlerische Avantgarde wieder einmal eine von ihr entdeckte Bonanza der Psychologie übergeben haben.“ Oswald Wiener

    Viele Fragestellungen in der psychologischen und physiologischen Forschung sind parallel oder meistens erst nach einer künstlerischen Festschreibung experimentell untersucht worden. So z.B. die Thematisierung der Bewegung durch den Futurismus oder Marcel Duchamps Suche nach ihrer „Nacktheit“ oder „Abstraktheit“ und die damit angedeutete Frage, ob die Bewegung ein eigenständiges Phänomen oder an die Identität eines sich bewegenden Objektes gebunden ist. Kann eine Rekonstruktion der tachistoskopischen Versuche zum Bewegungssehen von Max Wertheimer und sein „Phi-Phänomen“ darüber Auskunft geben? Um diese und andere Fragen praktisch erfahrbar und kritisch nachvollziehbar zu halten, sollen einige der markantesten Wahrnehmungsexperimente, Denk- und Vorstellungsversuche im Seminar durchgeführt werden. Experimente zu Figur und Grund (E. Rubin 1921), zur Farbkonstanz (D. Katz 1930), zum Tiefensehen (B. Julesz 1960) und vor allem auch zur Veränderlichkeit der Wahrnehmungswelt (I. Kohler 1951) durch sensomotorisches Erlernen und Einüben sollen thematisiert werden. Neben den praktischen Versuchen werden Physiologen wie H. von Helmholtz, Psychologen wie Ch. von Ehrenfels und Künstler/innen mit ihren ästhetischen Theorien zu Wort kommen. Ein umfassendes Verständnis der experimentellen Ergebnisse soll mit einer Einführung in den Strukturbegriff von Oswald Wiener und der in Inbeziehungsetzung von Gestalt und Struktur erreicht werden. Schließlich sollen Überlegungen zu Problemen der Strukturentstehung, d.h. zu den Bildungs- (O. Selz) oder Entwicklungsgesetzen (J. Piaget, H. Werner), der „Faltung von Zeichenketten“ (O. Wiener) und ihren erkenntnistheoretischen Grenzen (K. Gödel, A. Turing) die komplexen Herausforderungen einer naturwissenschaftlichen Ästhetik in aktuellster Fragestellung begreiflich machen.

    Weiteres

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2006. Experimentelle Ästhetik. Berlin [unveröffentlicht].

  • 2002 – C-Programmieren für Künstler
    Michael Schwarz
    C-Programmieren für Künstler

    Abstract

    Die Aufgabe, die sich das Buch zum Ziel gesetzt hat, ist: Jenen, die mit einem Computer arbeiten möchten, einerseits ein praktisches Verständnis über den Aufbau von Computern sowie einen tiefgreifenden Umgang damit zu vermitteln. Andererseits soll versucht werden, in einer kompakten Einführung in die Programmiersprache "C", auf schnellst möglichem Wege dem Programmier-Anfänger den Zugriff auf die für Künstler interessanten Schnittstellen zu ermöglichen, wie z.B. auf die Grafikkarte, den Drucker und andere verschiedene Eingabe- und Ausgabegeräte.

    Wer ein Projekt auf den heutzutage sehr leistungsfähigen Computern entwickeln möchte, stößt meist nicht an technische Grenzen, sondern in erster Linie an die dem "Anwender" von Computerprogrammen vom Programmierer vorgegebenen Möglichkeiten. Letzter und meiner Meinung nach einziger Ausweg sich solchen Beschränkungen zu entziehen, ist, selbst zu programmieren, d.h. die Weiterbildung vom "Anwender" zum "Entwickler" von Programmen.

    Weiteres

    Bibliographische Angabe

    Schwarz, Michael, 2002. C-Programmieren für Künstler. Berlin [unveröffentlicht].