Publikationen
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Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft2023Oswald Wieners
Theorie des DenkensGespräche und Essays
zu Grundfragen
der KognitionswissenschaftDE GRUYTERWas ist Intelligenz? Gescheitert scheint die intuitive Hypothese, sie sei eine Eigenschaft des einzelnen Organismus, die sich als Verhalten operationalisieren und als adaptive Leistung messen ließe. Denn die Interaktion des Einzelnen mit anderen, Gruppen und der Umwelt spielt der ökologischen Wende in der empirischen Psychologie und den Kognitionswissenschaften zufolge die entscheidende Rolle. Jüngst stellt sich daher die Frage „Was ist Intelligenz?“ gerade im Zusammenhang mit der maschinellen „Intelligenz“ und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen umso dringlicher.
Von Beginn an auf Selbstbeobachtung und Kontext ausgerichtet, zählt Oswald Wiener (1935–2021) zu den Pionieren eines „Enaktivismus“ avant la lettre. Im Gegensatz zu dessen behavioristischer Ausrichtung beharrte er jedoch zeitlebens darauf, dass das Denken als Umgang mit innerlich hergestellten Gegenständen nicht nur ein irreduzibles Merkmal der Intelligenz, sondern auch ein Systemmerkmal unserer biologischen „Wetware“ ist. Diese Hypothesen leitete er – von Anfängen in der Kunst kommend – aus der systematischen Selbstbeobachtung der allgemeinen Intelligenz ab, die er mit formalen Lösungen spezieller Probleme auf Computern kontrastierte.
Die drei Gespräche mit Wiener über die historische Theorieentwicklung und vier Essays in diesem Buch sollen diesen neuen und bislang zu wenig im akademischen Diskurs beachteten Ansatz der Denktheorie ein- und fortführen. Angelpunkt der Überlegungen ist Wieners letzter großer Aufsatz „Kybernetik und Gespenster“. (Klappentext)
Eine Synthese von Selbstbeobachtung und Automatentheorie strebe ich nicht an. Es geht vielmehr um eine Gegenüberstellung: Was an den in der Selbstbeobachtung aufgefaßten Zusammenhängen lässt sich auf einigermaßen befriedigende Weise als eine Realisierung von Zusammenhängen innerhalb eines formalen Systems auffassen. Oder umgekehrt: Wie gut erfasst das Modell Automatentheorie wesentliche Züge des menschlichen Denkens?
— Oswald Wiener (Backcover)Stimmen zum Buch
„Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.“
Antonio Damasio, Professor für Psychologie, Philosophie und Neurologie, University of Southern California
„Oswald Wiener repräsentiert in seiner Person eine einzigartige Verknüpfung von literarischen und kognitionswissenschaftlichen Zugängen zu Fragen der künstlichen Intelligenz, der Kybernetik und des menschlichen Geistes. In Zeiten zunehmend erfolgreicher Simulation von Subjektivität ist sein originelles Denken aktueller denn je.“
Thomas Fuchs, Karl-Jaspers-Professor für Philosophie und Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg
„The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality“
Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area
„Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.“
Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien
Rezensionen
- Rezension von Martin Sexl im Magazin des Literaturhaus Wien 2023
- Rezension von Diedrich Diederichsen in springerin 4/2023
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Verlagsinformationen
https://doi.org/10.1515/9783110662870
eBook ISBN: 9783110662870
Broschur ISBN: 9783110659603
Bibliographische Angabe
Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.), 2023. Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter.
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Pleomorphismus im Denken und die Computer-Metapher2023Pleomorphismus im
Denken und die
Computer-MetapherWeiser, Symbol und dasGrounding
-Problem
Gespräch zwischen Oswald Wiener
und Michael SchwarzAbstract
In längeren Ausflügen pendelt das mit Oswald Wiener geführte Gespräch auf der einen Seite zwischen lebendigen Selbstbeobachtungen und dem Einordnen dieser Erlebnisse in verschiedene wichtige Begriffe seiner Theorie des Denkens und auf der anderen Seite dem Erörtern von theoretischen Grundlagen der Computer-Metapher wie sie als Modell für das Denken und eine künstliche Intelligenz herangezogen wird.
Das in der Selbstbeobachtung konstatierbare frühe Stadium eines Gedankens oder Erkennens einer Allgemeinheit in ihrer potentiellen Vielgestaltigkeit wie es als Weiser beginnt und sich dann in Expansion und Assemblage dynamisch zu einem effektiven Erkennen oder Verstehen konkretisiert, nennt Wiener den „Pleomorphismus im Denken“, den er im Gespräch den „symbols“ der Automatentheorie (Alan Turing) und denen der „Physical Symbol System Hypothesis“ (Allen Newell und Herbert A. Simon) gegenüberstellt.
Dieses Prinzip der Gegenüberstellung der Computer-Metapher (als Versuch der Formalisierung der Denkvorgänge) mit den durch Selbstbeobachtung erfassten Zusammenhängen des Denkens ist nach Wiener unumgänglich, weil erstens ein klares Verständnis der Leistungen menschlicher Intelligenz ohne seinen Strukturbegriff (der auf der universellen Turing-Maschine beruht) nicht möglich wäre und jedes klare Verständnis sich nach der „Church-Turing-These“ als Turing-Maschine darstellen lässt.
Zweitens münden die intelligenten Leistungen des Denkens selbst, auch wenn sie sich aus einem Pleomorphismus entwickeln, in ein effektives Verstehen oder in rekursive Verfahren. Darüber hinaus wird das mit künstlichen neuronalen Netzen nur ungenügend gelöste Problem der „causal powers“ (John Searle), auch „Symbol Grounding Problem“ genannt, durch hybride Kognitionsmodelle (Stevan Harnad) in Bezug zur Selbstbeobachtung gesetzt.
Schwierigkeiten der künstlichen neuronalen Netze sequenzielle, flexible, ebenenübergreifende Prozesse auszubilden (Geoffrey E. Hinton), d.h. rekursive Verfahren zu konstruieren, werden erläutert und auf die in der Selbstbeobachtung feststellbaren „Analogien“ und „Heterarchien“ und auf den „Stapelspeicher“ (John von Neumanns „Stack“) bezogen.
Wieners theoretische Begriffe wie Orientierung, Stimmung, Pleomorphismus, Expansion und Assemblage, Prosthese, Prototyp sowie Bootstrapping werden diskutiert, um den Bau einer alternativen Theorie des Denkens und der Intelligenz anzuregen.
Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, Computer-Metapher, künstliche Intelligenz, Symbolsysteme, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze
Verlagsinformationen
https://doi.org/10.1515/9783110662870-004
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphismus im Denken und die Computer-Metapher. Weiser, Symbol und das „Grounding“-Problem. Gespräch zwischen Oswald Wiener und Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 111–179.
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Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur Aktualgenese2023Kognitive Zeichen —
Von der Ontogenese zur
AktualgeneseEine Psychogenese in Anlehnung
an James Mark Baldwin und Jean PiagetAbstract
Mit der Feststellung gewisser Parallelen des kindlichen Denkens (Jean Piaget: Synkretismus) zu der aktualgenetisch frühen Form des Erkennens beim Erwachsenen (Oswald Wiener: Pleomorphismus) und den Gemeinsamkeiten von Symbol (Piaget) und Weiser (Wiener), die im Essay zusammenfassend als kognitive Zeichen bezeichnet werden, wird dann die kindliche Ontogenese bis zur ersten Ausbildung und Anwendung dieser kognitiven Zeichen nachgezeichnet.
Als Grundlage der Psychogenese wird die von James Mark Baldwin eingeführte Zirkulärreaktion herangezogen und durch die detaillierteren Beobachtungen Piagets ergänzt, um die strukturellen Bedingungen der kognitiven Zeichen besser zu verstehen, die als Minimalbedingungen der menschlich-gegenständlichen (auch affektiven) Intelligenz angesehen werden können.
Gleichzeitig werden damit die Bedingungen einer Fundierung arbiträrer Zeichen (Sprache, Symbole), auch bekannt als „Symbol Grounding Problem“ (Stevan Harnad), aufgezeigt.
Die Schwierigkeiten kognitionswissenschaftlicher (symbolischer, konnektionistischer oder hybrider) KI-Modelle zeigen sich darin, dass sie zumeist entweder den strukturellen Gehalt kognitiver Zeichen (ihre Orientierung) eskamotieren oder die notwendige Gesamtstruktur des Organismus ignorieren, die kognitive Zeichen überhaupt erst hervorbringt.
Erst die Differenzierung und Distanzierung durch das kognitive Zeichen schafft ein Objekt (Permanenz) und ein Erkennen (auch außerhalb der aktuellen Situation). Kognitive Zeichen können arbiträre Zeichen fundieren, vor allem aber bilden sie die Grundlage von effektiven Zusammenhängen, die sie in einer aktualen Genese des Erkennens dem Denken zugänglich machen.
Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, künstliche Intelligenz, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze
Verlagsinformationen
https://doi.org/10.1515/9783110662870-006
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2023. Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur Aktualgenese. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 209–257.
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Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science2023Oswald Wiener’s
Theory of ThoughtConversations and Essays
on Fundamental Issues
in Cognitive ScienceDE GRUYTERWhat is intelligence? From today’s perspective, the intuitive hypothesis that intelligence is a feature of individual organisms that can be operationalized and measured by adaptive performance appears to have failed. Since the ecological turn in both empirical psychology and cognitive science, the crucial role has instead been assigned to the inter action of the individual with conspecifics, groups, and the environment. Hence, the question “What is intelligence?” has become even more urgent, especially in the context of machine “intelligence” and its social implications.
Throughout a life focused on introspection and context, Oswald Wiener (1935—2021) was a pioneer of such an “enactivism” before the word even existed. However, in contrast with the behaviorist orientation of this enactivism, Wiener in sisted that thinking, as a process applied to internally generated proxy objects, is an irreducible feature of not only intelligence but also our biological wetware. From his starting point in the arts, he derived such hypotheses from a systematic introspection of general intel ligence, which he contrasted with formal computer-based solu tions to special problems.
In this book, three conversations with Wiener about the development of his theory and four essays introduce and elaborate on this new ap proach to the theory of thought, which has previously received too little attention in academic discourse. A pivotal role is played by Wiener’s last major essay “Cybernetics and Ghosts.”
“I do not aim at a synthesis of introspection and automata theory but rather at contrasting them. Which relationships identified in introspection can — in a fairly satisfactory way — be understood as realizations of relationships within a formal system, e.g., the formal system of automata theory. Or the other way around: How well does automata theory as a model (i.e., the computer as mental metaphor, ‘Physical Symbol Systems,’ today’s Artificial Intelligence ...) capture essential features of human thought? What does ‘in a fairly satisfactory way’ mean in this context? What, and how strongly, does the formal system abstract from natural processes?”
— Oswald Wiener (Backcover)Comments on the book
“Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.”
Antonio Damasio, Professor of Psychology, Philosophy, and Neurology, University of Southern California
“Oswald Wiener uniquely combines literary and cognitive science approaches to questions of artificial intelligence, cybernetics, and the human mind. In times of increasingly successful simulations of subjectivity, his original thinking is more relevant than ever.”
Thomas Fuchs, Karl Jaspers Professor of Philosophy and Psychiatry, Psychiatric University Hospital Heidelberg
“The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality.”
Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area
“Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.”
Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien
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Further information
Publisher's information
https://doi.org/10.1515/9783110662894
eBook ISBN: 9783110662894
Broschur ISBN: 9783110659610
Citation
Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.), 2023. Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter.
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Pleomorphism in Thought and the Computational Metaphor2023Pleomorphismus in
Thought and the
Computational MetaphorSeed, Symbol, and theGrounding Problem
A Conversation between Oswald Wiener
and Michael SchwarzAbstract
The early stage of a thought (seed), which can be detected in introspection and which concretizes dynamically to a recognition, Wiener calls in the conversation the "Pleomorphism in Thought". He contrasts this potential polymorphism with the "symbols" of the automata theory (Alan Turing) and those of the "Physical Symbol System Hypothesis" (Allen Newell/Herbert A. Simon). The difficulties of artificial neural networks to construct recursive procedures (Geoffrey E. Hinton) are explained and related to the lack of seeds as multiply determined analogies which can form dynamic heterarchies in reasoning, as e.g. in John von Neumann's "stack". Furthermore, the insufficiently solved problem of "causal powers" (John Searle) or the "Symbol Grounding Problem" (Stevan Harnad) is discussed and related to experiences from introspection.
Wiener’s theoretical concepts such as orientation, attunement, pleomorphism, expansion and assembly, prosthesis, prototype, as well as bootstrapping are discussed in order to stimulate the construction of an alternative theory of thought and intelligence.
Keywords: theory of thought, introspection, computational metaphor, artificial intelligence, symbol systems, the grounding problem, artificial neural networks.
Publisher's information
https://doi.org/10.1515/9783110662870-004
Citation
Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphism in Thought and the Computational Metaphor. Seed, Symbol, and the
“Grounding Problem
. A Conversation between Oswald Wiener and Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 101–163. -
Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual Genesis2023Cognitive Symbols:
From Ontogeny to
Their Actual GenesisA Psychogenesis Based on
James Mark Baldwin and Jean PiagetAbstract
In early childhood development, with the stage of generating cognitive symbols (Piaget's symbols and Wiener's seeds) and relating them to the environment, a structural prerequisite for human representational intelligence is reached. The ontogeny of these abilities pointed out by Baldwin and Piaget can support some assumptions from introspection and be related to questions of cognitive science. For it is the more complex overall structure of cognition in dealing with cognitive symbols that enables the grounding of arbitrary signs, i.e., the "symbol grounding" of a language and sign use. The essential difference of the cognitive symbol to a static sign or arbitrary symbol lies, besides its sensorimotor foundation, in an actual genesis, which in the thinking of the adult can lead to the isomorphism of the thoughts with the objects/situations related to them.
Keywords: theory of thought, introspection, artificial intelligence, the grounding problem, artificial neural networks.
Publisher's information
https://doi.org/10.1515/9783110662894-006
Citation
Schwarz, Michael, 2023. Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual Genesis. A Psychogenesis Based on James Mark Baldwin and Jean Piaget. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 191–234.
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Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur Laufumgebung2015Introspektive Aspekte des
Operativen und Figurativen
in Bezug zur LaufumgebungAbstract
Der Aufsatz soll introspektive Argumente für die Problematisierung der zu leicht eingängigen Unterscheidung zwischen dem operativen und dem figurativen Denken in der psychologischen Erkenntnistheorie sammeln.
Anhand von Beschreibungen der eigenen einschlägigen Selbstbeobachtungen sowie in der Auswertung von Selbstbeobachtungs-Berichten beim Erlernen und dem Umgang mit den PELOT-Figuren (einer Versuchsreihe, die mit Teilnehmenden der Veranstaltung: Oswald Wiener. Innenschau, Zusammenschau 2011, kunsthaus muerz, durchgeführt wurde), soll die Schwierigkeit dieser Dichotomie aufgezeigt, aber auch Lösungsansätze diskutiert werden.
Verlagsinformationen
edition suhrkamp 2669Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur Laufumgebung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 165–189.
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Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle Selbstbeobachtung2015Wendepunkte in der historischen
Debatte um die experimentelle
SelbstbeobachtungAbstract
Dieser Aufsatz kann als ein lebendiger Querschnitt aus einem historischen Höhe- und Wendepunkt in der auf experimenteller Selbstbeobachtung beruhenden Denkpsychologie verstanden werden. Intendiert war, für eine Diskussion um die Rolle der Selbstbeobachtung in den kognitiven Wissenschaften wichtige Grundsatzdebatten, die in der Geschichtsschreibung oft bis zur Bedeutungslosigkeit nivelliert worden sind, in ihren wesentlichen Gedankengängen erneut nachvollziehbar zu machen.
Verlagsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle Selbstbeobachtung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 389–441.
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Die PELOT-Figuren2015Die PELOT-Figuren
Abstract
In dieser Selbstbeobachtungs-Aufgabe sind in Anlehnung an eine Versuchsreihe von 1926 des serbischen Denkpsychologen B. P. Stevanovic (vergleichbar auch mit den GREEBLE-Figuren von Isabel Gauthier 1997 und später) fünf Strichfiguren und ihre Benennung soweit auswendig zu lernen, dass allein bei ihrer Namensnennung die Figur vorgestellt und schließlich auch mit Bleistift auf Papier (so exakt wie möglich) aufgezeichnet werden kann. Im Zentrum der Aufgabe steht die operative und die figurative Rolle des Denkens im Erkennen.
Verlagsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Die PELOT-Figuren. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 451–462.
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SB-Aufgabe: Auge2015SB-Aufgabe: Auge
Abstract
Diese Selbstbeobachtungsaufgabe wurde in Anlehnung an eine mathematische Knotenaufgabe von Meike Akveld (2007) formuliert.
Akveld, Meike, 2007. Knoten in der Mathematik. Ein Spiel mit Schnüren, Bildern und Formeln. Zürich: Orell Füssli Verlag AG.Verlagsinformationen
Bibliographische Angabe
Wiener, Oswald und Michael Schwarz, 2015. SB-Aufgabe: Auge. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 463–465.
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Selbstbeobachtungskonzepte2015Selbstbeobachtungskonzepte
Abstract
Der Kompendiumsbeitrag Selbstbeobachtungskonzepte zeichnet die historische Entwicklung und theoretische Bedeutung der Selbstbeobachtung (Introspektion) als zentrales methodi-sches Prinzip der Psychologie nach. Ausgehend von der vorbehavioristischen Phase des 19. Jahrhunderts – mit Vertretern wie Weber, Fechner, Wundt und der Würzburger Schule – wird dargestellt, wie die experimentelle Selbstbeobachtung zur Erforschung des Denkens und zur Ablösung der Assoziationspsychologie beitrug. Die Methode wird in der erkenntnis-theoretischen Tradition von Descartes, Locke, Brentano und Stumpf verortet, für die die unmittelbare Wahrnehmung psychischer Vorgänge als Voraussetzung psychologischer Erkenntnis gilt. Die experimentellen Arbeiten von Watt, Ach, Bühler und Selz markieren den Übergang zu kognitiven Strukturtheorien, in denen Denken als organisierte, aufgaben-bezogene Aktivität verstanden wird. Der Beitrag reflektiert die Rezeption historischer Diskurse, kritisiert die Verkürzung introspektiver Befunde im kognitiven Paradigma (als Informationsverarbeitung) und verweist auf neuere Wiederaufnahmen durch Wiener, Baum, diSessa und andere. Insgesamt plädiert der Text für eine Neubewertung der Selbst-beobachtung als epistemisch anspruchsvolles, mit modernen Kognitions- und Bewusstseins-theorien kompatibles Forschungsinstrument.
Verlagsinformationen
suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2154
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Selbstbeobachtungskonzepte. In: Galliker, Mark und Uwe Wolfradt (Hrsg.): Kompendium psychologischer Theorien. Berlin: Suhrkamp, 410–413.
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Experimentelle Ästhetik2006Experimentelle ÄsthetikSeminarskript
Universität der Künste Berlin WS 2006/07
Humboldt-Universität zu Berlin SoSe 2007Abstract
„Ich erkenne eine Maschine, weil sie etwas tut, das ich auch schon einmal getan habe. (...) Ich habe mich, seit ich diese Passage schrieb, daran gemacht, das Wackeln mit dem linken Ohr alleine zu erlernen“. (Oswald Wiener, Probleme der Künstlichen Intelligenz, 1990)
„Es wird eines Tags, daran zweifle ich nicht, zu wissenschaftlichen Darstellungskonventionen für die Mechanismen der Vorstellung kommen, aber damit wird die künstlerische Avantgarde wieder einmal eine von ihr entdeckte Bonanza der Psychologie übergeben haben.“ Oswald Wiener
Viele Fragestellungen in der psychologischen und physiologischen Forschung sind parallel oder meistens erst nach einer künstlerischen Festschreibung experimentell untersucht worden. So z.B. die Thematisierung der Bewegung durch den Futurismus oder Marcel Duchamps Suche nach ihrer „Nacktheit“ oder „Abstraktheit“ und die damit angedeutete Frage, ob die Bewegung ein eigenständiges Phänomen oder an die Identität eines sich bewegenden Objektes gebunden ist. Kann eine Rekonstruktion der tachistoskopischen Versuche zum Bewegungssehen von Max Wertheimer und sein „Phi-Phänomen“ darüber Auskunft geben? Um diese und andere Fragen praktisch erfahrbar und kritisch nachvollziehbar zu halten, sollen einige der markantesten Wahrnehmungsexperimente, Denk- und Vorstellungsversuche im Seminar durchgeführt werden. Experimente zu Figur und Grund (E. Rubin 1921), zur Farbkonstanz (D. Katz 1930), zum Tiefensehen (B. Julesz 1960) und vor allem auch zur Veränderlichkeit der Wahrnehmungswelt (I. Kohler 1951) durch sensomotorisches Erlernen und Einüben sollen thematisiert werden. Neben den praktischen Versuchen werden Physiologen wie H. von Helmholtz, Psychologen wie Ch. von Ehrenfels und Künstler/innen mit ihren ästhetischen Theorien zu Wort kommen. Ein umfassendes Verständnis der experimentellen Ergebnisse soll mit einer Einführung in den Strukturbegriff von Oswald Wiener und der in Inbeziehungsetzung von Gestalt und Struktur erreicht werden. Schließlich sollen Überlegungen zu Problemen der Strukturentstehung, d.h. zu den Bildungs- (O. Selz) oder Entwicklungsgesetzen (J. Piaget, H. Werner), der „Faltung von Zeichenketten“ (O. Wiener) und ihren erkenntnistheoretischen Grenzen (K. Gödel, A. Turing) die komplexen Herausforderungen einer naturwissenschaftlichen Ästhetik in aktuellster Fragestellung begreiflich machen.
Weiteres
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2006. Experimentelle Ästhetik. Berlin [unveröffentlicht].
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C-Programmieren für Künstler2002C-Programmieren für Künstler
Abstract
Die Aufgabe, die sich das Buch zum Ziel gesetzt hat, ist: Jenen, die mit einem Computer arbeiten möchten, einerseits ein praktisches Verständnis über den Aufbau von Computern sowie einen tiefgreifenden Umgang damit zu vermitteln. Andererseits soll versucht werden, in einer kompakten Einführung in die Programmiersprache "C", auf schnellst möglichem Wege dem Programmier-Anfänger den Zugriff auf die für Künstler interessanten Schnittstellen zu ermöglichen, wie z.B. auf die Grafikkarte, den Drucker und andere verschiedene Eingabe- und Ausgabegeräte.
Wer ein Projekt auf den heutzutage sehr leistungsfähigen Computern entwickeln möchte, stößt meist nicht an technische Grenzen, sondern in erster Linie an die dem "Anwender" von Computerprogrammen vom Programmierer vorgegebenen Möglichkeiten. Letzter und meiner Meinung nach einziger Ausweg sich solchen Beschränkungen zu entziehen, ist, selbst zu programmieren, d.h. die Weiterbildung vom "Anwender" zum "Entwickler" von Programmen.
Weiteres
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2002. C-Programmieren für Künstler. Berlin [unveröffentlicht].
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2023 – Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der KognitionswissenschaftOswald Wieners
Theorie des DenkensGespräche und Essays
zu Grundfragen
der KognitionswissenschaftDE GRUYTERWas ist Intelligenz? Gescheitert scheint die intuitive Hypothese, sie sei eine Eigenschaft des einzelnen Organismus, die sich als Verhalten operationalisieren und als adaptive Leistung messen ließe. Denn die Interaktion des Einzelnen mit anderen, Gruppen und der Umwelt spielt der ökologischen Wende in der empirischen Psychologie und den Kognitionswissenschaften zufolge die entscheidende Rolle. Jüngst stellt sich daher die Frage „Was ist Intelligenz?“ gerade im Zusammenhang mit der maschinellen „Intelligenz“ und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen umso dringlicher.
Von Beginn an auf Selbstbeobachtung und Kontext ausgerichtet, zählt Oswald Wiener (1935–2021) zu den Pionieren eines „Enaktivismus“ avant la lettre. Im Gegensatz zu dessen behavioristischer Ausrichtung beharrte er jedoch zeitlebens darauf, dass das Denken als Umgang mit innerlich hergestellten Gegenständen nicht nur ein irreduzibles Merkmal der Intelligenz, sondern auch ein Systemmerkmal unserer biologischen „Wetware“ ist. Diese Hypothesen leitete er – von Anfängen in der Kunst kommend – aus der systematischen Selbstbeobachtung der allgemeinen Intelligenz ab, die er mit formalen Lösungen spezieller Probleme auf Computern kontrastierte.
Die drei Gespräche mit Wiener über die historische Theorieentwicklung und vier Essays in diesem Buch sollen diesen neuen und bislang zu wenig im akademischen Diskurs beachteten Ansatz der Denktheorie ein- und fortführen. Angelpunkt der Überlegungen ist Wieners letzter großer Aufsatz „Kybernetik und Gespenster“. (Klappentext)
Eine Synthese von Selbstbeobachtung und Automatentheorie strebe ich nicht an. Es geht vielmehr um eine Gegenüberstellung: Was an den in der Selbstbeobachtung aufgefaßten Zusammenhängen lässt sich auf einigermaßen befriedigende Weise als eine Realisierung von Zusammenhängen innerhalb eines formalen Systems auffassen. Oder umgekehrt: Wie gut erfasst das Modell Automatentheorie wesentliche Züge des menschlichen Denkens?
— Oswald Wiener (Backcover)Stimmen zum Buch
„Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.“
Antonio Damasio, Professor für Psychologie, Philosophie und Neurologie, University of Southern California
„Oswald Wiener repräsentiert in seiner Person eine einzigartige Verknüpfung von literarischen und kognitionswissenschaftlichen Zugängen zu Fragen der künstlichen Intelligenz, der Kybernetik und des menschlichen Geistes. In Zeiten zunehmend erfolgreicher Simulation von Subjektivität ist sein originelles Denken aktueller denn je.“
Thomas Fuchs, Karl-Jaspers-Professor für Philosophie und Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg
„The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality“
Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area
„Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.“
Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien
Rezensionen
- Rezension von Martin Sexl im Magazin des Literaturhaus Wien 2023
- Rezension von Diedrich Diederichsen in springerin 4/2023
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Verlagsinformationen
https://doi.org/10.1515/9783110662870
eBook ISBN: 9783110662870
Broschur ISBN: 9783110659603
Bibliographische Angabe
Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.), 2023. Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter.
-
2023 – Pleomorphismus im Denken und die Computer-MetapherPleomorphismus im
Denken und die
Computer-MetapherWeiser, Symbol und dasGrounding
-Problem
Gespräch zwischen Oswald Wiener
und Michael SchwarzAbstract
In längeren Ausflügen pendelt das mit Oswald Wiener geführte Gespräch auf der einen Seite zwischen lebendigen Selbstbeobachtungen und dem Einordnen dieser Erlebnisse in verschiedene wichtige Begriffe seiner Theorie des Denkens und auf der anderen Seite dem Erörtern von theoretischen Grundlagen der Computer-Metapher wie sie als Modell für das Denken und eine künstliche Intelligenz herangezogen wird.
Das in der Selbstbeobachtung konstatierbare frühe Stadium eines Gedankens oder Erkennens einer Allgemeinheit in ihrer potentiellen Vielgestaltigkeit wie es als Weiser beginnt und sich dann in Expansion und Assemblage dynamisch zu einem effektiven Erkennen oder Verstehen konkretisiert, nennt Wiener den „Pleomorphismus im Denken“, den er im Gespräch den „symbols“ der Automatentheorie (Alan Turing) und denen der „Physical Symbol System Hypothesis“ (Allen Newell und Herbert A. Simon) gegenüberstellt.
Dieses Prinzip der Gegenüberstellung der Computer-Metapher (als Versuch der Formalisierung der Denkvorgänge) mit den durch Selbstbeobachtung erfassten Zusammenhängen des Denkens ist nach Wiener unumgänglich, weil erstens ein klares Verständnis der Leistungen menschlicher Intelligenz ohne seinen Strukturbegriff (der auf der universellen Turing-Maschine beruht) nicht möglich wäre und jedes klare Verständnis sich nach der „Church-Turing-These“ als Turing-Maschine darstellen lässt.
Zweitens münden die intelligenten Leistungen des Denkens selbst, auch wenn sie sich aus einem Pleomorphismus entwickeln, in ein effektives Verstehen oder in rekursive Verfahren. Darüber hinaus wird das mit künstlichen neuronalen Netzen nur ungenügend gelöste Problem der „causal powers“ (John Searle), auch „Symbol Grounding Problem“ genannt, durch hybride Kognitionsmodelle (Stevan Harnad) in Bezug zur Selbstbeobachtung gesetzt.
Schwierigkeiten der künstlichen neuronalen Netze sequenzielle, flexible, ebenenübergreifende Prozesse auszubilden (Geoffrey E. Hinton), d.h. rekursive Verfahren zu konstruieren, werden erläutert und auf die in der Selbstbeobachtung feststellbaren „Analogien“ und „Heterarchien“ und auf den „Stapelspeicher“ (John von Neumanns „Stack“) bezogen.
Wieners theoretische Begriffe wie Orientierung, Stimmung, Pleomorphismus, Expansion und Assemblage, Prosthese, Prototyp sowie Bootstrapping werden diskutiert, um den Bau einer alternativen Theorie des Denkens und der Intelligenz anzuregen.
Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, Computer-Metapher, künstliche Intelligenz, Symbolsysteme, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze
Verlagsinformationen
https://doi.org/10.1515/9783110662870-004
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphismus im Denken und die Computer-Metapher. Weiser, Symbol und das „Grounding“-Problem. Gespräch zwischen Oswald Wiener und Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hrsg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 111–179.
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2023 – Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur AktualgeneseKognitive Zeichen —
Von der Ontogenese zur
AktualgeneseEine Psychogenese in Anlehnung
an James Mark Baldwin und Jean PiagetAbstract
Mit der Feststellung gewisser Parallelen des kindlichen Denkens (Jean Piaget: Synkretismus) zu der aktualgenetisch frühen Form des Erkennens beim Erwachsenen (Oswald Wiener: Pleomorphismus) und den Gemeinsamkeiten von Symbol (Piaget) und Weiser (Wiener), die im Essay zusammenfassend als kognitive Zeichen bezeichnet werden, wird dann die kindliche Ontogenese bis zur ersten Ausbildung und Anwendung dieser kognitiven Zeichen nachgezeichnet.
Als Grundlage der Psychogenese wird die von James Mark Baldwin eingeführte Zirkulärreaktion herangezogen und durch die detaillierteren Beobachtungen Piagets ergänzt, um die strukturellen Bedingungen der kognitiven Zeichen besser zu verstehen, die als Minimalbedingungen der menschlich-gegenständlichen (auch affektiven) Intelligenz angesehen werden können.
Gleichzeitig werden damit die Bedingungen einer Fundierung arbiträrer Zeichen (Sprache, Symbole), auch bekannt als „Symbol Grounding Problem“ (Stevan Harnad), aufgezeigt.
Die Schwierigkeiten kognitionswissenschaftlicher (symbolischer, konnektionistischer oder hybrider) KI-Modelle zeigen sich darin, dass sie zumeist entweder den strukturellen Gehalt kognitiver Zeichen (ihre Orientierung) eskamotieren oder die notwendige Gesamtstruktur des Organismus ignorieren, die kognitive Zeichen überhaupt erst hervorbringt.
Erst die Differenzierung und Distanzierung durch das kognitive Zeichen schafft ein Objekt (Permanenz) und ein Erkennen (auch außerhalb der aktuellen Situation). Kognitive Zeichen können arbiträre Zeichen fundieren, vor allem aber bilden sie die Grundlage von effektiven Zusammenhängen, die sie in einer aktualen Genese des Erkennens dem Denken zugänglich machen.
Keywords: Theorie des Denkens, Selbstbeobachtung, künstliche Intelligenz, Symbol Grounding Problem, künstliche neuronale Netze
Verlagsinformationen
https://doi.org/10.1515/9783110662870-006
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2023. Kognitive Zeichen – Von der Ontogenese zur Aktualgenese. In: Eder, Thomas, Thomas Raab und Michael Schwarz (Hg.): Oswald Wieners Theorie des Denkens. Gespräche und Essays zu Grundfragen der Kognitionswissenschaft. Berlin, Boston: De Gruyter, 209–257.
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2023 – Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive ScienceOswald Wiener’s
Theory of ThoughtConversations and Essays
on Fundamental Issues
in Cognitive ScienceDE GRUYTERWhat is intelligence? From today’s perspective, the intuitive hypothesis that intelligence is a feature of individual organisms that can be operationalized and measured by adaptive performance appears to have failed. Since the ecological turn in both empirical psychology and cognitive science, the crucial role has instead been assigned to the inter action of the individual with conspecifics, groups, and the environment. Hence, the question “What is intelligence?” has become even more urgent, especially in the context of machine “intelligence” and its social implications.
Throughout a life focused on introspection and context, Oswald Wiener (1935—2021) was a pioneer of such an “enactivism” before the word even existed. However, in contrast with the behaviorist orientation of this enactivism, Wiener in sisted that thinking, as a process applied to internally generated proxy objects, is an irreducible feature of not only intelligence but also our biological wetware. From his starting point in the arts, he derived such hypotheses from a systematic introspection of general intel ligence, which he contrasted with formal computer-based solu tions to special problems.
In this book, three conversations with Wiener about the development of his theory and four essays introduce and elaborate on this new ap proach to the theory of thought, which has previously received too little attention in academic discourse. A pivotal role is played by Wiener’s last major essay “Cybernetics and Ghosts.”
“I do not aim at a synthesis of introspection and automata theory but rather at contrasting them. Which relationships identified in introspection can — in a fairly satisfactory way — be understood as realizations of relationships within a formal system, e.g., the formal system of automata theory. Or the other way around: How well does automata theory as a model (i.e., the computer as mental metaphor, ‘Physical Symbol Systems,’ today’s Artificial Intelligence ...) capture essential features of human thought? What does ‘in a fairly satisfactory way’ mean in this context? What, and how strongly, does the formal system abstract from natural processes?”
— Oswald Wiener (Backcover)Comments on the book
“Oswald Wiener was a notable figure in the arts, in science, and in philosophy. What a pleasure to see that his remarkable efforts on the cognitive sciences are being recognized in a new book authored by his close disciples. I highly recommend it.”
Antonio Damasio, Professor of Psychology, Philosophy, and Neurology, University of Southern California
“Oswald Wiener uniquely combines literary and cognitive science approaches to questions of artificial intelligence, cybernetics, and the human mind. In times of increasingly successful simulations of subjectivity, his original thinking is more relevant than ever.”
Thomas Fuchs, Karl Jaspers Professor of Philosophy and Psychiatry, Psychiatric University Hospital Heidelberg
“The collected essays in this book orbit around the mind of Oswald Wiener, becoming visible in his poignant text Cybernetics and Ghosts. The subtitle, in the no-man's-land between science and art adds an unnecessary caveat to Oswald Wiener's thoughts, because his thinking operates in a well-developed domain, just one that sadly resides in a parallel universe, one in which computer scientists are philosophers of mind, cybernetics did not die, and psychology did not end after Piaget. Wiener's perspective becomes very timely when it comes to the current, dismal discourse about Artificial Intelligence, which is largely taking place between philosophically illiterate engineers and scientifically illiterate humanities scholars. Where the engineers present their discoveries of practically useful algorithms and the scholars their practically useful political opinions, Wiener remains a true intellectual, sifting through the phenomenology of AI systems in an attempt to understand its significance for the unanswered questions of mind, meaning and the construction of reality.”
Joscha Bach, Cognitive Scientist / AI Strategist / Research Fellow at Thistledown Foundation, San Francisco Bay Area
“Es ist anregend zu verfolgen, wie die früher ins Solipsistische lappende und auch vom Verfasser dieser Zeilen seit Jahren nie ganz verstandene „Denkpsychologie“ in Dialoge gebracht wird und auf Verständnisfragen tatsächlich handgreiflich erklärende Antworten hervorbringt.”
Diedrich Diederichsen, Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien
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https://doi.org/10.1515/9783110662894
eBook ISBN: 9783110662894
Broschur ISBN: 9783110659610
Citation
Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.), 2023. Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter.
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2023 – Pleomorphism in Thought and the Computational MetaphorPleomorphismus in
Thought and the
Computational MetaphorSeed, Symbol, and theGrounding Problem
A Conversation between Oswald Wiener
and Michael SchwarzAbstract
The early stage of a thought (seed), which can be detected in introspection and which concretizes dynamically to a recognition, Wiener calls in the conversation the "Pleomorphism in Thought". He contrasts this potential polymorphism with the "symbols" of the automata theory (Alan Turing) and those of the "Physical Symbol System Hypothesis" (Allen Newell/Herbert A. Simon). The difficulties of artificial neural networks to construct recursive procedures (Geoffrey E. Hinton) are explained and related to the lack of seeds as multiply determined analogies which can form dynamic heterarchies in reasoning, as e.g. in John von Neumann's "stack". Furthermore, the insufficiently solved problem of "causal powers" (John Searle) or the "Symbol Grounding Problem" (Stevan Harnad) is discussed and related to experiences from introspection.
Wiener’s theoretical concepts such as orientation, attunement, pleomorphism, expansion and assembly, prosthesis, prototype, as well as bootstrapping are discussed in order to stimulate the construction of an alternative theory of thought and intelligence.
Keywords: theory of thought, introspection, computational metaphor, artificial intelligence, symbol systems, the grounding problem, artificial neural networks.
Publisher's information
https://doi.org/10.1515/9783110662870-004
Citation
Schwarz, Michael, 2023. Pleomorphism in Thought and the Computational Metaphor. Seed, Symbol, and the
“Grounding Problem
. A Conversation between Oswald Wiener and Michael Schwarz. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 101–163. -
2023 – Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual GenesisCognitive Symbols:
From Ontogeny to
Their Actual GenesisA Psychogenesis Based on
James Mark Baldwin and Jean PiagetAbstract
In early childhood development, with the stage of generating cognitive symbols (Piaget's symbols and Wiener's seeds) and relating them to the environment, a structural prerequisite for human representational intelligence is reached. The ontogeny of these abilities pointed out by Baldwin and Piaget can support some assumptions from introspection and be related to questions of cognitive science. For it is the more complex overall structure of cognition in dealing with cognitive symbols that enables the grounding of arbitrary signs, i.e., the "symbol grounding" of a language and sign use. The essential difference of the cognitive symbol to a static sign or arbitrary symbol lies, besides its sensorimotor foundation, in an actual genesis, which in the thinking of the adult can lead to the isomorphism of the thoughts with the objects/situations related to them.
Keywords: theory of thought, introspection, artificial intelligence, the grounding problem, artificial neural networks.
Publisher's information
https://doi.org/10.1515/9783110662894-006
Citation
Schwarz, Michael, 2023. Cognitive Symbols: From Ontogeny to Their Actual Genesis. A Psychogenesis Based on James Mark Baldwin and Jean Piaget. In: Eder, Thomas, Thomas Raab and Michael Schwarz (eds.): Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science. Berlin, Boston: De Gruyter, 191–234.
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2015 – Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur LaufumgebungIntrospektive Aspekte des
Operativen und Figurativen
in Bezug zur LaufumgebungAbstract
Der Aufsatz soll introspektive Argumente für die Problematisierung der zu leicht eingängigen Unterscheidung zwischen dem operativen und dem figurativen Denken in der psychologischen Erkenntnistheorie sammeln.
Anhand von Beschreibungen der eigenen einschlägigen Selbstbeobachtungen sowie in der Auswertung von Selbstbeobachtungs-Berichten beim Erlernen und dem Umgang mit den PELOT-Figuren (einer Versuchsreihe, die mit Teilnehmenden der Veranstaltung: Oswald Wiener. Innenschau, Zusammenschau 2011, kunsthaus muerz, durchgeführt wurde), soll die Schwierigkeit dieser Dichotomie aufgezeigt, aber auch Lösungsansätze diskutiert werden.
Verlagsinformationen
edition suhrkamp 2669Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Introspektive Aspekte des Operativen und Figurativen in Bezug zur Laufumgebung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 165–189.
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2015 – Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle SelbstbeobachtungWendepunkte in der historischen
Debatte um die experimentelle
SelbstbeobachtungAbstract
Dieser Aufsatz kann als ein lebendiger Querschnitt aus einem historischen Höhe- und Wendepunkt in der auf experimenteller Selbstbeobachtung beruhenden Denkpsychologie verstanden werden. Intendiert war, für eine Diskussion um die Rolle der Selbstbeobachtung in den kognitiven Wissenschaften wichtige Grundsatzdebatten, die in der Geschichtsschreibung oft bis zur Bedeutungslosigkeit nivelliert worden sind, in ihren wesentlichen Gedankengängen erneut nachvollziehbar zu machen.
Verlagsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Wendepunkte in der historischen Debatte um die experimentelle Selbstbeobachtung. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 389–441.
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2015 – Die PELOT-FigurenDie PELOT-Figuren
Abstract
In dieser Selbstbeobachtungs-Aufgabe sind in Anlehnung an eine Versuchsreihe von 1926 des serbischen Denkpsychologen B. P. Stevanovic (vergleichbar auch mit den GREEBLE-Figuren von Isabel Gauthier 1997 und später) fünf Strichfiguren und ihre Benennung soweit auswendig zu lernen, dass allein bei ihrer Namensnennung die Figur vorgestellt und schließlich auch mit Bleistift auf Papier (so exakt wie möglich) aufgezeichnet werden kann. Im Zentrum der Aufgabe steht die operative und die figurative Rolle des Denkens im Erkennen.
Verlagsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Die PELOT-Figuren. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 451–462.
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2015 – SB-Aufgabe: AugeSB-Aufgabe: Auge
Abstract
Diese Selbstbeobachtungsaufgabe wurde in Anlehnung an eine mathematische Knotenaufgabe von Meike Akveld (2007) formuliert.
Akveld, Meike, 2007. Knoten in der Mathematik. Ein Spiel mit Schnüren, Bildern und Formeln. Zürich: Orell Füssli Verlag AG.Verlagsinformationen
Bibliographische Angabe
Wiener, Oswald und Michael Schwarz, 2015. SB-Aufgabe: Auge. In: Eder, Thomas und Thomas Raab (Hrsg.): Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Berlin: Suhrkamp, 463–465.
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2015 – SelbstbeobachtungskonzepteSelbstbeobachtungskonzepte
Abstract
Der Kompendiumsbeitrag Selbstbeobachtungskonzepte zeichnet die historische Entwicklung und theoretische Bedeutung der Selbstbeobachtung (Introspektion) als zentrales methodi-sches Prinzip der Psychologie nach. Ausgehend von der vorbehavioristischen Phase des 19. Jahrhunderts – mit Vertretern wie Weber, Fechner, Wundt und der Würzburger Schule – wird dargestellt, wie die experimentelle Selbstbeobachtung zur Erforschung des Denkens und zur Ablösung der Assoziationspsychologie beitrug. Die Methode wird in der erkenntnis-theoretischen Tradition von Descartes, Locke, Brentano und Stumpf verortet, für die die unmittelbare Wahrnehmung psychischer Vorgänge als Voraussetzung psychologischer Erkenntnis gilt. Die experimentellen Arbeiten von Watt, Ach, Bühler und Selz markieren den Übergang zu kognitiven Strukturtheorien, in denen Denken als organisierte, aufgaben-bezogene Aktivität verstanden wird. Der Beitrag reflektiert die Rezeption historischer Diskurse, kritisiert die Verkürzung introspektiver Befunde im kognitiven Paradigma (als Informationsverarbeitung) und verweist auf neuere Wiederaufnahmen durch Wiener, Baum, diSessa und andere. Insgesamt plädiert der Text für eine Neubewertung der Selbst-beobachtung als epistemisch anspruchsvolles, mit modernen Kognitions- und Bewusstseins-theorien kompatibles Forschungsinstrument.
Verlagsinformationen
suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2154
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2015. Selbstbeobachtungskonzepte. In: Galliker, Mark und Uwe Wolfradt (Hrsg.): Kompendium psychologischer Theorien. Berlin: Suhrkamp, 410–413.
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2006 – Experimentelle ÄsthetikExperimentelle ÄsthetikSeminarskript
Universität der Künste Berlin WS 2006/07
Humboldt-Universität zu Berlin SoSe 2007Abstract
„Ich erkenne eine Maschine, weil sie etwas tut, das ich auch schon einmal getan habe. (...) Ich habe mich, seit ich diese Passage schrieb, daran gemacht, das Wackeln mit dem linken Ohr alleine zu erlernen“. (Oswald Wiener, Probleme der Künstlichen Intelligenz, 1990)
„Es wird eines Tags, daran zweifle ich nicht, zu wissenschaftlichen Darstellungskonventionen für die Mechanismen der Vorstellung kommen, aber damit wird die künstlerische Avantgarde wieder einmal eine von ihr entdeckte Bonanza der Psychologie übergeben haben.“ Oswald Wiener
Viele Fragestellungen in der psychologischen und physiologischen Forschung sind parallel oder meistens erst nach einer künstlerischen Festschreibung experimentell untersucht worden. So z.B. die Thematisierung der Bewegung durch den Futurismus oder Marcel Duchamps Suche nach ihrer „Nacktheit“ oder „Abstraktheit“ und die damit angedeutete Frage, ob die Bewegung ein eigenständiges Phänomen oder an die Identität eines sich bewegenden Objektes gebunden ist. Kann eine Rekonstruktion der tachistoskopischen Versuche zum Bewegungssehen von Max Wertheimer und sein „Phi-Phänomen“ darüber Auskunft geben? Um diese und andere Fragen praktisch erfahrbar und kritisch nachvollziehbar zu halten, sollen einige der markantesten Wahrnehmungsexperimente, Denk- und Vorstellungsversuche im Seminar durchgeführt werden. Experimente zu Figur und Grund (E. Rubin 1921), zur Farbkonstanz (D. Katz 1930), zum Tiefensehen (B. Julesz 1960) und vor allem auch zur Veränderlichkeit der Wahrnehmungswelt (I. Kohler 1951) durch sensomotorisches Erlernen und Einüben sollen thematisiert werden. Neben den praktischen Versuchen werden Physiologen wie H. von Helmholtz, Psychologen wie Ch. von Ehrenfels und Künstler/innen mit ihren ästhetischen Theorien zu Wort kommen. Ein umfassendes Verständnis der experimentellen Ergebnisse soll mit einer Einführung in den Strukturbegriff von Oswald Wiener und der in Inbeziehungsetzung von Gestalt und Struktur erreicht werden. Schließlich sollen Überlegungen zu Problemen der Strukturentstehung, d.h. zu den Bildungs- (O. Selz) oder Entwicklungsgesetzen (J. Piaget, H. Werner), der „Faltung von Zeichenketten“ (O. Wiener) und ihren erkenntnistheoretischen Grenzen (K. Gödel, A. Turing) die komplexen Herausforderungen einer naturwissenschaftlichen Ästhetik in aktuellster Fragestellung begreiflich machen.
Weiteres
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2006. Experimentelle Ästhetik. Berlin [unveröffentlicht].
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2002 – C-Programmieren für KünstlerC-Programmieren für Künstler
Abstract
Die Aufgabe, die sich das Buch zum Ziel gesetzt hat, ist: Jenen, die mit einem Computer arbeiten möchten, einerseits ein praktisches Verständnis über den Aufbau von Computern sowie einen tiefgreifenden Umgang damit zu vermitteln. Andererseits soll versucht werden, in einer kompakten Einführung in die Programmiersprache "C", auf schnellst möglichem Wege dem Programmier-Anfänger den Zugriff auf die für Künstler interessanten Schnittstellen zu ermöglichen, wie z.B. auf die Grafikkarte, den Drucker und andere verschiedene Eingabe- und Ausgabegeräte.
Wer ein Projekt auf den heutzutage sehr leistungsfähigen Computern entwickeln möchte, stößt meist nicht an technische Grenzen, sondern in erster Linie an die dem "Anwender" von Computerprogrammen vom Programmierer vorgegebenen Möglichkeiten. Letzter und meiner Meinung nach einziger Ausweg sich solchen Beschränkungen zu entziehen, ist, selbst zu programmieren, d.h. die Weiterbildung vom "Anwender" zum "Entwickler" von Programmen.
Weiteres
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 2002. C-Programmieren für Künstler. Berlin [unveröffentlicht].