Vortragstexte
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Gegenstand und Inhalt in Oswald Wieners Theorie der Zeichen-Magie2025Gegenstand und Inhalt in
Oswald Wieners Theorie
der Zeichen-MagieAbstract
Oswald Wiener hat beim letzten Symposion im kunsthaus muerz 2021 zum „Stand der Denktheorie“ zwei Beiträge zum Zeichen- und Gegenstandsbegriff ins Zentrum seiner Untersuchung – auf einer Gratwanderung zwischen „flachen und dicken Formalismen“ – gestellt. Mit seinem Text zur „Zeichen-Magie“ hat er uns ein Dokument hinterlassen, das zeigt, wie sein Strukturbegriff – über die Zeichen-Magie-Turing-Maschine (ZM.TM) – an die tiefen Probleme der Metaphysik des Gegenstands anschließt und sie zugleich verständlich machen kann. In meinem Vortrag möchte ich diese Fäden von Oswalds Strukturbegriff, seinem Selbstbeobachtungs-Beispiel und dem speziellen neuen Typ von Turing-Maschine aufgreifen. In eigenen Spekulationen zur Entstehungsgeschichte dieses Typs und zu seiner philosophischen Tiefe (Brentano, Twardowski, Husserl) sowie ihrem Verhältnis zu unserer Terminologie möchte ich versuchen, die Teile konsistent weiterzuspinnen und zu einem Ganzen zusammenzufügen. Als Ausblick soll ein Ansatz zur Theorie der Zeichen-Magie stehen, mit differenzierten Beziehungen zwischen Inhalt und Gegenstand im Denken und ein nachdenklicher Blick auf die aktuell gegenstandslose KI.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 04.10.2025. Gegenstand und Inhalt in Oswald Wieners Theorie der Zeichen-Magie. Im Rahmen von: Oswald Wiener.90: die vielen Leben in einem, das eine Leben in vielen. Symposion und Literaturfest, 2.–5.10.2025. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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Impulsvorstellung zur maschinellen Intelligenz und zum menschlichen Denken2023Impulsvorstellung zur
maschinellen Intelligenz und
zum menschlichen DenkenAbstract
Was ist der Unterschied oder Gegensatz zwischen der sehr erfolgreichen und maschinell trainierten KI mit ihren künstlichen neuronalen Netzen und der menschlich affektiv und gegenständlich fundierten Intelligenz im Denken. Es ist ein Unterschied aus der in der Ontogenese komplexer gewordenen Gesamtstruktur der Kognition, die nun ein „Bewusstsein“ besitzt, das die kognitiven Zeichen als Gegenstand des Denkens hervorbringt und ihren Gehalt in Form von Analogien mit Situationen in der Umwelt in Beziehung setzen kann.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 04.07.2023. Impulsvorstellung zur maschinellen Intelligenz und zum menschlichen Denken. Im Rahmen von: Oswald Wieners Theorie des Denkens. Buchpräsentation, Podiumsdiskussion, Filmvorführungen, Dienstag, 4. Juli 2023. REAKTOR, Geblergasse 40, 1170 Wien, Österreich.
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Kognitive Zeichen und Netzwerke – Probleme der Implementation2021Kognitive Zeichen und Netzwerke –
Probleme der ImplementationAbstract
In den letzten Jahren hat sich auf der Grundlage von vergleichenden Experimenten zwischen künstlichen und biologischen neuronalen Netzen vor allem in Bezug auf den ventralen Pfad der visuellen Verarbeitung im Primaten-Gehirn bis zur angeblichen Objekterkennung eine neue Methode oder Technik der Forschung etabliert... Ziel dieser neuen Art von Gehirn- und Kognitionswissenschaft ist es, wie die Protagonisten vom MIT, aber auch mit großer Beteiligung anderer Universitäten, selbst schreiben, „Bereiche der menschlichen Intelligenz als ausführbare, neuronal-mechanistische Modelle erklären zu wollen“! Im September 2020 wurde ein Aufruf gestartet, um gemeinsam an dieser Benchmark zu arbeiten, um an Modelle zur erweiterten integrativen menschlichen Intelligenz zu gelangen. In diesem Aufsatz möchte ich diesen neuen Ansatz mit dem entwicklungspsychologischen Ansatz von Jean Piaget konfrontieren und für die Kognitionsforschung übersehene Schwierigkeiten sichtbar machen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 02.07.2021. Kognitive Zeichen und Netzwerke – Probleme der Implementation. Im Rahmen von: Oswald Wiener: Der Stand der Denktheorie. Symposion und Literaturfest, 1.–4.7.2021. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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Auftaktvortrag Kunst und Introspektion2016Auftaktvortrag
Kunst und Introspektion
Abstract
Der Vortrag fungiert als Auftakt zum Seminar "Kunst und Introspektion" an der Kunsthochschule für Medien Köln, das auf die Veranstaltung mit Oswald Wiener, Friedrich Wolfram Heubach und Ingrid Wiener vorbereitet. Ausgehend von aktuellen politischen Debatten um algorithmische Entscheidungsfindung und Transparenz untersucht er das Verhältnis von formalen Entscheidungsverfahren und lebendigem, verstehendem Denken. Anhand von Beispielen aus Automatentheorie, Denkpsychologie und Phänomenologie wird gezeigt, dass regelgeleitetes Können nicht mit Einsicht oder Sinnverstehen gleichzusetzen ist. Der Vortrag plädiert für eine Wissenschaft des Verstehens als gemeinsame erkenntnistheoretische Grundlage für künstlerische, philosophische und politische Auseinandersetzungen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 29.10.2016. Auftaktvortrag Kunst und Introspektion. Im Rahmen der Lehrveranstaltung: Kunst und Introspektion, KHM Köln.
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Lebendiges Denken, Verstehen und flache Formalismen2016Lebendiges Denken
Verstehen und
flache Formalismen
Abstract
Ausgehend von der gegenwärtigen Auslagerung gesellschaftlich relevanter Entscheidungen an formale, algorithmische Systeme thematisiert der Vortrag den erkenntnistheoretischen Status von Verstehen, Einsicht und Sinn. Im Rückgriff auf Automatentheorie, Denkpsychologie und phänomenologische Begriffe der Anschauung wird gezeigt, dass formale Entscheidungsverfahren zwar regelkonform operieren, jedoch keine Einsicht in die Bedeutung ihrer eigenen Operationen besitzen. Anhand des NIM-Spiels wird eine strukturelle Heterogenität zwischen Können und Verstehen herausgearbeitet: Eine Regel anwenden zu können ist nicht identisch damit, ihren Sinn zu begreifen. Der Vortrag argumentiert, dass die oft behauptete „Tiefe“ algorithmischer Systeme eine formale ist, die nicht mit der Tiefe verstehender Orientierung verwechselt werden darf. Daraus folgt die These, dass eine Theorie des lebendigen, einsichtigen Denkens eine notwendige Voraussetzung sowohl für eine angemessene Erkenntnistheorie als auch für verantwortliche politische Entscheidungsfindung darstellt.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 18.10.2016. Lebendiges Denken, Verstehen und flache Formalismen. Im Rahmen von: un-stable.eu, 07.10.–13.11.2016. KUNSTHALLE AM HAMBURGER PLATZ, Gustav-Adolf-Straße 140, 13086 Berlin.
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Einsichtiges Denken2015Einsichtiges Denken
Abstract
In diesem Vortrag habe ich versucht, ein paar kleinere Einsichten zu formulieren, aber auch das Einsichtige Denken zum Thema zu machen und einen Anstoß zu geben, weiter darüber nachzudenken. Wer sich mit der Denkpsychologie und der Automatentheorie als Metapher bzw. Analogie zum Denken beschäftigt, wird bald auf die Fragen nach den Grenzen der Berechenbarkeit und vielleicht auch nach denen des Denkens stoßen und somit auf das so genannte Entscheidungsproblem, in das Alan Turing neue Einsichten brachte.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 09.10.2015. Einsichtiges Denken. Im Rahmen von: Oswald Wiener: Selbstbeobachtung – Denkpsychologie. Symposium und Fest, 08.–11. Oktober 2015. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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Introspektive Aspekte des «Operativen» und «Figurativen» in Bezug zur Laufumgebung2011Introspektive Aspekte des
«Operativen» und «Figurativen»
in Bezug zur LaufumgebungAbstract
Der Vortrag behandelt aus selbstbeobachtender Perspektive das Verhältnis von operativen und figurativen Aspekten des Erkennens in Abhängigkeit von der jeweiligen Aufgabe (Laufumgebung). Ausgangspunkt ist die Kritik an einer einfachen Dichotomie von anschaulichem „Bilddenken“ und abstraktem Operieren, wie sie in Teilen der psychologischen Erkenntnistheorie (u.a. bei Piaget) nahegelegt wird.
Anhand experimenteller Selbstbeobachtungsaufgaben (PELOT-Figuren) sowie entwicklungs- und denkpsychologischer Bezüge (Piaget, Wiener) wird gezeigt, dass auch scheinbar figurative Vorstellungen auf operativen, sensomotorisch eingebetteten, oft a-modalen Strukturen beruhen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Rolle von Gesten, vorgestellten Handlungssituationen und sogenannten qBildern als Manifestation latenter Orientierungssysteme.
Der Übergang vom Vorstellen zum zielgerichteten Handeln (z.B. Puzzeln) wird als Verschiebung der Orientierung beschrieben, bei der Figuren zu Zeichen werden, ohne ihren strukturellen Ursprung zu verlieren. Der Vortrag endet offen mit der Frage nach dem Verhältnis von lebendigem, vorgestelltem Handeln und formalisierten Operationen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 16.09.2011. Introspektive Aspekte des «Operativen» und «Figurativen» in Bezug zur Laufumgebung. Im Rahmen von: Oswald Wiener. Innenschau – Zusammenschau, 15.–18. September 2011. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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Abstraktes und anschauliches Denken2010Abstraktes und anschauliches Denken
Abstract
Der Vortrag untersucht das Verhältnis von abstraktem und anschaulichem Denken im Kontext mathematischer Begriffsbildung. Ausgehend von der Kritik an der Annahme, Anschaulichkeit sei an unmittelbare Wahrnehmung gebunden, wird unter Rückgriff auf Piaget, Lurija und Oswald Wiener eine funktionale Bestimmung des Anschaulichen entwickelt. Anhand des Gegensatzes zwischen formalen Ableitungen von Binomialkoeffizienten und anschaulichen Modelloperationen am Pascal’schen Dreieck wird gezeigt, dass Anschaulichkeit auf operanden, quasi-räumlichen Modellen beruht, die als kognitive Gegenstände fungieren. Diese Modelle entlasten formale Operationen, ohne deren Abstraktionsniveau zu ersetzen. Der Vortrag plädiert dafür, anschauliches Denken nicht als Vorstufe formaler Mathematik zu verstehen, sondern als eigenständige Technik der Modellbildung innerhalb mathematischer Erkenntnisprozesse.
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 05.11.2010. Abstraktes und anschauliches Denken. Im Rahmen von: „Ontogenese mathematischen Denkens“, Seminar von Frau Prof. Dr. Schwank. Institut für Kognitive Mathematik an der Universität Osnabrück.
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«Lebendiges Denken» und «abstraction réfléchissante» in Bezug zur Selbstbeobachtung2010«Lebendiges Denken» und
«abstraction réfléchissante»
in Bezug zur SelbstbeobachtungAbstract
Der Vortrag untersucht das Verhältnis von «lebendigem Denken» und «abstraction réfléchissante» aus selbstbeobachtender Perspektive. Ausgangspunkt ist Oswald Wieners Beschreibung der „Kamm-Geste“ beim Verstehen der Matrix-Vektor-Multiplikation, die im Vortrag introspektiv nachvollzogen und weiter differenziert wird. Gesten, qBilder und metaphorische Handlungsvorstellungen erscheinen dabei als anschauliche Bestandteile operativer Prozesse, nicht als bloße Illustrationen, sondern als funktionale Abstraktionen laufender Schemata. Piagets reflektierende Abstraktion wird als ein durch Orientierungsverlust motivierter Vorgang verstanden, in dem bestehende Operationen auf eine höhere Ebene gehoben und neu integriert werden. Der Vortrag plädiert dafür, anschauliche Bestandteile nicht gegen operatives Denken auszuspielen, sondern sie als dessen frühe, verkörperte und metaphorische Erscheinungsformen zu begreifen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 24.09.2010. «Lebendiges Denken» und «abstraction réfléchissante» in Bezug zur Selbstbeobachtung. Im Rahmen von: Oswald Wiener. Innenschau, 23.–26. September 2010. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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Technik der Anschauung2009Technik der Anschauung
Abstract
Der Beitrag hinterfragt den Anschauungsbegriff als vermeintlich vor-theoretische Grundlage von Erkenntnis und problematisiert die verbreitete Annahme, Anschaulichkeit setze die Anwesenheit ihres Gegenstands voraus. Ausgangspunkt ist die Beobachtung eines phänomenalen Gegensatzes zwischen abstrakten Formeln und anschaulichen Beispielen, der weder auf eine einfache Dichotomie von sinnlich versus begrifflich noch auf naive realistische Erkenntnismodelle zurückgeführt werden kann. Im Rückgriff auf den denkpsychologischen Begriffsapparat Oswald Wieners wird Anschauung als funktionale Rolle innerhalb kognitiver Repräsentationen rekonstruiert: Anschauliche Inhalte entsprechen operanden, quasi-objekthaften Modellbestandteilen („Verfahren 1“), an denen auch ohne äußere Gegenwart operiert werden kann. Anhand entwicklungspsychologischer Befunde (Piaget, Lurija) sowie mathematischer Beispiele wird gezeigt, dass Anschaulichkeit eine erlernbare Technik der Modellbildung darstellt, die zwischen konkretem Handeln und formaler Abstraktion vermittelt.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 19.09.2009. Technik der Anschauung. Im Rahmen von: Oswald Wiener. Ein Symposium, 18.–20. September 2009. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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Muster als ästhetische Kategorie oder Galileis „auflösende Methode“ versus Idealisierung und der Einbildung vom unmittelbar Gegebenen2005Muster als ästhetische Kategorieoder Galileis „auflösende Methode“ versus Idealisierung
und der Einbildung vom unmittelbar GegebenenAbstract
Der Vortrag entfaltet „Muster“ zunächst als ästhetische Kategorie im Spannungsfeld von Ornament, Symmetriegruppen und Parkettierungsproblemen und spannt einen historischen Bogen von antiken und islamischen Ornamenten über Piero della Francesca, Dürer und Kepler bis zu Hilberts 18. Problem. An Roger Penroses Arbeiten zu aperiodischen Parketten wird ein alternativer Ansatz diskutiert, der Muster nicht als periodische Symmetrien versteht, sondern sie aus operativer Perspektive als Resultate von Konstruktionsverfahren begreift. Im Rückgriff auf Galileis „auflösende Methode“ wird am Beispiel des Pendels gezeigt, dass zentrale Einsichten – wie der Isochronismus – nicht aus anschaulicher Gegebenheit hervorgehen, sondern aus der Trennung und Neukonstruktion von Zeit, Bewegung und Länge. Ein computergeneriertes Lichtpendel dient dabei als Demonstration dafür, dass visuelle Anschaulichkeit ohne begriffliche Orientierung verkehrte Abhängigkeitsverhältnisse nahelegen kann, die aus der Darstellung selbst hervorgehen.
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 26.05.2005. Muster als ästhetische Kategorie oder Galileis „auflösende Methode“ versus Idealisierung und der Einbildung vom unmittelbar Gegebenen. Im Rahmen des: center, Kurfürstenstr. 174, Berlin, 26. Mai 2005.
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Bild, Wort und Wissenschaft. Das Ringen um ein Verständnis der visuellen Erkenntnis2004Bild, Wort und WissenschaftDas Ringen um ein Verständnis der visuellen Erkenntnis
Abstract
Der Vortrag untersucht das Verhältnis von visueller Wahrnehmung, begrifflicher Erkenntnis und wissenschaftlicher Modellbildung an der Schnittstelle von Kunsttheorie, Philosophie und Naturwissenschaft. Ausgangspunkt ist Paul Gauguins Gemälde Vision nach der Predigt oder Jakobs Kampf mit dem Engel (1888), das als künstlerische Reflexion unterschiedlicher Modi des Sehens – Wahrnehmen, Vorstellen und Einsehen – interpretiert wird. Diese Analyse wird mit einer historischen Rekonstruktion des Begriffs „Anschauung“ verbunden, dessen althochdeutsche Neubildung (anscouuungo) auf Notker den Deutschen (St. Gallen, um 1000) zurückgeht und ursprünglich eine nicht-sinnliche Form der Erkenntnis bezeichnet. Im weiteren Verlauf spannt der Vortrag einen Bogen von mittelalterlicher Kontemplation über Galileis und Descartes’ Naturphilosophie bis zur physiologischen Zeichentheorie bei Johannes Müller und Helmholtz. Dabei wird gezeigt, dass sowohl Kunst als auch Wissenschaft sich von einer abbildtheoretischen Auffassung des Erkennens lösen und stattdessen mit Zeichen, Modellen und operativen Verfahren arbeiten. Abschließend wird diese Perspektive gegen empiristische und neurowissenschaftliche Modelle profiliert und mit Jean Piagets Kritik der Assoziationspsychologie in Beziehung gesetzt.
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 11.07.2004. Bild, Wort und Wissenschaft. Das Ringen um ein Verständnis der visuellen Erkenntnis. Im Rahmen von: Einblick Ausblick 2004, 14.–17. August 2004. Muthesius Hochschule für Kunst und Gestaltung, Lorentzendamm 6–8, 24103 Kiel.
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2025 – Gegenstand und Inhalt in Oswald Wieners Theorie der Zeichen-MagieGegenstand und Inhalt in
Oswald Wieners Theorie
der Zeichen-MagieAbstract
Oswald Wiener hat beim letzten Symposion im kunsthaus muerz 2021 zum „Stand der Denktheorie“ zwei Beiträge zum Zeichen- und Gegenstandsbegriff ins Zentrum seiner Untersuchung – auf einer Gratwanderung zwischen „flachen und dicken Formalismen“ – gestellt. Mit seinem Text zur „Zeichen-Magie“ hat er uns ein Dokument hinterlassen, das zeigt, wie sein Strukturbegriff – über die Zeichen-Magie-Turing-Maschine (ZM.TM) – an die tiefen Probleme der Metaphysik des Gegenstands anschließt und sie zugleich verständlich machen kann. In meinem Vortrag möchte ich diese Fäden von Oswalds Strukturbegriff, seinem Selbstbeobachtungs-Beispiel und dem speziellen neuen Typ von Turing-Maschine aufgreifen. In eigenen Spekulationen zur Entstehungsgeschichte dieses Typs und zu seiner philosophischen Tiefe (Brentano, Twardowski, Husserl) sowie ihrem Verhältnis zu unserer Terminologie möchte ich versuchen, die Teile konsistent weiterzuspinnen und zu einem Ganzen zusammenzufügen. Als Ausblick soll ein Ansatz zur Theorie der Zeichen-Magie stehen, mit differenzierten Beziehungen zwischen Inhalt und Gegenstand im Denken und ein nachdenklicher Blick auf die aktuell gegenstandslose KI.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 04.10.2025. Gegenstand und Inhalt in Oswald Wieners Theorie der Zeichen-Magie. Im Rahmen von: Oswald Wiener.90: die vielen Leben in einem, das eine Leben in vielen. Symposion und Literaturfest, 2.–5.10.2025. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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2023 – Impulsvorstellung zur maschinellen Intelligenz und zum menschlichen DenkenImpulsvorstellung zur
maschinellen Intelligenz und
zum menschlichen DenkenAbstract
Was ist der Unterschied oder Gegensatz zwischen der sehr erfolgreichen und maschinell trainierten KI mit ihren künstlichen neuronalen Netzen und der menschlich affektiv und gegenständlich fundierten Intelligenz im Denken. Es ist ein Unterschied aus der in der Ontogenese komplexer gewordenen Gesamtstruktur der Kognition, die nun ein „Bewusstsein“ besitzt, das die kognitiven Zeichen als Gegenstand des Denkens hervorbringt und ihren Gehalt in Form von Analogien mit Situationen in der Umwelt in Beziehung setzen kann.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 04.07.2023. Impulsvorstellung zur maschinellen Intelligenz und zum menschlichen Denken. Im Rahmen von: Oswald Wieners Theorie des Denkens. Buchpräsentation, Podiumsdiskussion, Filmvorführungen, Dienstag, 4. Juli 2023. REAKTOR, Geblergasse 40, 1170 Wien, Österreich.
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2021 – Kognitive Zeichen und Netzwerke – Probleme der ImplementationKognitive Zeichen und Netzwerke –
Probleme der ImplementationAbstract
In den letzten Jahren hat sich auf der Grundlage von vergleichenden Experimenten zwischen künstlichen und biologischen neuronalen Netzen vor allem in Bezug auf den ventralen Pfad der visuellen Verarbeitung im Primaten-Gehirn bis zur angeblichen Objekterkennung eine neue Methode oder Technik der Forschung etabliert... Ziel dieser neuen Art von Gehirn- und Kognitionswissenschaft ist es, wie die Protagonisten vom MIT, aber auch mit großer Beteiligung anderer Universitäten, selbst schreiben, „Bereiche der menschlichen Intelligenz als ausführbare, neuronal-mechanistische Modelle erklären zu wollen“! Im September 2020 wurde ein Aufruf gestartet, um gemeinsam an dieser Benchmark zu arbeiten, um an Modelle zur erweiterten integrativen menschlichen Intelligenz zu gelangen. In diesem Aufsatz möchte ich diesen neuen Ansatz mit dem entwicklungspsychologischen Ansatz von Jean Piaget konfrontieren und für die Kognitionsforschung übersehene Schwierigkeiten sichtbar machen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 02.07.2021. Kognitive Zeichen und Netzwerke – Probleme der Implementation. Im Rahmen von: Oswald Wiener: Der Stand der Denktheorie. Symposion und Literaturfest, 1.–4.7.2021. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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2016 – Auftaktvortrag Kunst und IntrospektionAuftaktvortrag
Kunst und Introspektion
Abstract
Der Vortrag fungiert als Auftakt zum Seminar "Kunst und Introspektion" an der Kunsthochschule für Medien Köln, das auf die Veranstaltung mit Oswald Wiener, Friedrich Wolfram Heubach und Ingrid Wiener vorbereitet. Ausgehend von aktuellen politischen Debatten um algorithmische Entscheidungsfindung und Transparenz untersucht er das Verhältnis von formalen Entscheidungsverfahren und lebendigem, verstehendem Denken. Anhand von Beispielen aus Automatentheorie, Denkpsychologie und Phänomenologie wird gezeigt, dass regelgeleitetes Können nicht mit Einsicht oder Sinnverstehen gleichzusetzen ist. Der Vortrag plädiert für eine Wissenschaft des Verstehens als gemeinsame erkenntnistheoretische Grundlage für künstlerische, philosophische und politische Auseinandersetzungen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 29.10.2016. Auftaktvortrag Kunst und Introspektion. Im Rahmen der Lehrveranstaltung: Kunst und Introspektion, KHM Köln.
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2016 – Lebendiges Denken, Verstehen und flache FormalismenLebendiges Denken
Verstehen und
flache Formalismen
Abstract
Ausgehend von der gegenwärtigen Auslagerung gesellschaftlich relevanter Entscheidungen an formale, algorithmische Systeme thematisiert der Vortrag den erkenntnistheoretischen Status von Verstehen, Einsicht und Sinn. Im Rückgriff auf Automatentheorie, Denkpsychologie und phänomenologische Begriffe der Anschauung wird gezeigt, dass formale Entscheidungsverfahren zwar regelkonform operieren, jedoch keine Einsicht in die Bedeutung ihrer eigenen Operationen besitzen. Anhand des NIM-Spiels wird eine strukturelle Heterogenität zwischen Können und Verstehen herausgearbeitet: Eine Regel anwenden zu können ist nicht identisch damit, ihren Sinn zu begreifen. Der Vortrag argumentiert, dass die oft behauptete „Tiefe“ algorithmischer Systeme eine formale ist, die nicht mit der Tiefe verstehender Orientierung verwechselt werden darf. Daraus folgt die These, dass eine Theorie des lebendigen, einsichtigen Denkens eine notwendige Voraussetzung sowohl für eine angemessene Erkenntnistheorie als auch für verantwortliche politische Entscheidungsfindung darstellt.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 18.10.2016. Lebendiges Denken, Verstehen und flache Formalismen. Im Rahmen von: un-stable.eu, 07.10.–13.11.2016. KUNSTHALLE AM HAMBURGER PLATZ, Gustav-Adolf-Straße 140, 13086 Berlin.
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2015 – Einsichtiges DenkenEinsichtiges Denken
Abstract
In diesem Vortrag habe ich versucht, ein paar kleinere Einsichten zu formulieren, aber auch das Einsichtige Denken zum Thema zu machen und einen Anstoß zu geben, weiter darüber nachzudenken. Wer sich mit der Denkpsychologie und der Automatentheorie als Metapher bzw. Analogie zum Denken beschäftigt, wird bald auf die Fragen nach den Grenzen der Berechenbarkeit und vielleicht auch nach denen des Denkens stoßen und somit auf das so genannte Entscheidungsproblem, in das Alan Turing neue Einsichten brachte.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 09.10.2015. Einsichtiges Denken. Im Rahmen von: Oswald Wiener: Selbstbeobachtung – Denkpsychologie. Symposium und Fest, 08.–11. Oktober 2015. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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2011 – Introspektive Aspekte des «Operativen» und «Figurativen» in Bezug zur LaufumgebungIntrospektive Aspekte des
«Operativen» und «Figurativen»
in Bezug zur LaufumgebungAbstract
Der Vortrag behandelt aus selbstbeobachtender Perspektive das Verhältnis von operativen und figurativen Aspekten des Erkennens in Abhängigkeit von der jeweiligen Aufgabe (Laufumgebung). Ausgangspunkt ist die Kritik an einer einfachen Dichotomie von anschaulichem „Bilddenken“ und abstraktem Operieren, wie sie in Teilen der psychologischen Erkenntnistheorie (u.a. bei Piaget) nahegelegt wird.
Anhand experimenteller Selbstbeobachtungsaufgaben (PELOT-Figuren) sowie entwicklungs- und denkpsychologischer Bezüge (Piaget, Wiener) wird gezeigt, dass auch scheinbar figurative Vorstellungen auf operativen, sensomotorisch eingebetteten, oft a-modalen Strukturen beruhen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Rolle von Gesten, vorgestellten Handlungssituationen und sogenannten qBildern als Manifestation latenter Orientierungssysteme.
Der Übergang vom Vorstellen zum zielgerichteten Handeln (z.B. Puzzeln) wird als Verschiebung der Orientierung beschrieben, bei der Figuren zu Zeichen werden, ohne ihren strukturellen Ursprung zu verlieren. Der Vortrag endet offen mit der Frage nach dem Verhältnis von lebendigem, vorgestelltem Handeln und formalisierten Operationen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 16.09.2011. Introspektive Aspekte des «Operativen» und «Figurativen» in Bezug zur Laufumgebung. Im Rahmen von: Oswald Wiener. Innenschau – Zusammenschau, 15.–18. September 2011. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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2010 – Abstraktes und anschauliches DenkenAbstraktes und anschauliches Denken
Abstract
Der Vortrag untersucht das Verhältnis von abstraktem und anschaulichem Denken im Kontext mathematischer Begriffsbildung. Ausgehend von der Kritik an der Annahme, Anschaulichkeit sei an unmittelbare Wahrnehmung gebunden, wird unter Rückgriff auf Piaget, Lurija und Oswald Wiener eine funktionale Bestimmung des Anschaulichen entwickelt. Anhand des Gegensatzes zwischen formalen Ableitungen von Binomialkoeffizienten und anschaulichen Modelloperationen am Pascal’schen Dreieck wird gezeigt, dass Anschaulichkeit auf operanden, quasi-räumlichen Modellen beruht, die als kognitive Gegenstände fungieren. Diese Modelle entlasten formale Operationen, ohne deren Abstraktionsniveau zu ersetzen. Der Vortrag plädiert dafür, anschauliches Denken nicht als Vorstufe formaler Mathematik zu verstehen, sondern als eigenständige Technik der Modellbildung innerhalb mathematischer Erkenntnisprozesse.
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 05.11.2010. Abstraktes und anschauliches Denken. Im Rahmen von: „Ontogenese mathematischen Denkens“, Seminar von Frau Prof. Dr. Schwank. Institut für Kognitive Mathematik an der Universität Osnabrück.
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2010 – «Lebendiges Denken» und «abstraction réfléchissante» in Bezug zur Selbstbeobachtung«Lebendiges Denken» und
«abstraction réfléchissante»
in Bezug zur SelbstbeobachtungAbstract
Der Vortrag untersucht das Verhältnis von «lebendigem Denken» und «abstraction réfléchissante» aus selbstbeobachtender Perspektive. Ausgangspunkt ist Oswald Wieners Beschreibung der „Kamm-Geste“ beim Verstehen der Matrix-Vektor-Multiplikation, die im Vortrag introspektiv nachvollzogen und weiter differenziert wird. Gesten, qBilder und metaphorische Handlungsvorstellungen erscheinen dabei als anschauliche Bestandteile operativer Prozesse, nicht als bloße Illustrationen, sondern als funktionale Abstraktionen laufender Schemata. Piagets reflektierende Abstraktion wird als ein durch Orientierungsverlust motivierter Vorgang verstanden, in dem bestehende Operationen auf eine höhere Ebene gehoben und neu integriert werden. Der Vortrag plädiert dafür, anschauliche Bestandteile nicht gegen operatives Denken auszuspielen, sondern sie als dessen frühe, verkörperte und metaphorische Erscheinungsformen zu begreifen.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 24.09.2010. «Lebendiges Denken» und «abstraction réfléchissante» in Bezug zur Selbstbeobachtung. Im Rahmen von: Oswald Wiener. Innenschau, 23.–26. September 2010. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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2009 – Technik der AnschauungTechnik der Anschauung
Abstract
Der Beitrag hinterfragt den Anschauungsbegriff als vermeintlich vor-theoretische Grundlage von Erkenntnis und problematisiert die verbreitete Annahme, Anschaulichkeit setze die Anwesenheit ihres Gegenstands voraus. Ausgangspunkt ist die Beobachtung eines phänomenalen Gegensatzes zwischen abstrakten Formeln und anschaulichen Beispielen, der weder auf eine einfache Dichotomie von sinnlich versus begrifflich noch auf naive realistische Erkenntnismodelle zurückgeführt werden kann. Im Rückgriff auf den denkpsychologischen Begriffsapparat Oswald Wieners wird Anschauung als funktionale Rolle innerhalb kognitiver Repräsentationen rekonstruiert: Anschauliche Inhalte entsprechen operanden, quasi-objekthaften Modellbestandteilen („Verfahren 1“), an denen auch ohne äußere Gegenwart operiert werden kann. Anhand entwicklungspsychologischer Befunde (Piaget, Lurija) sowie mathematischer Beispiele wird gezeigt, dass Anschaulichkeit eine erlernbare Technik der Modellbildung darstellt, die zwischen konkretem Handeln und formaler Abstraktion vermittelt.
Veranstaltungsinformationen
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 19.09.2009. Technik der Anschauung. Im Rahmen von: Oswald Wiener. Ein Symposium, 18.–20. September 2009. kunsthaus muerz, Wiener Straße 56, 8680 Mürzzuschlag, Österreich.
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2005 – Muster als ästhetische Kategorie oder Galileis „auflösende Methode“ versus Idealisierung und der Einbildung vom unmittelbar GegebenenMuster als ästhetische Kategorieoder Galileis „auflösende Methode“ versus Idealisierung
und der Einbildung vom unmittelbar GegebenenAbstract
Der Vortrag entfaltet „Muster“ zunächst als ästhetische Kategorie im Spannungsfeld von Ornament, Symmetriegruppen und Parkettierungsproblemen und spannt einen historischen Bogen von antiken und islamischen Ornamenten über Piero della Francesca, Dürer und Kepler bis zu Hilberts 18. Problem. An Roger Penroses Arbeiten zu aperiodischen Parketten wird ein alternativer Ansatz diskutiert, der Muster nicht als periodische Symmetrien versteht, sondern sie aus operativer Perspektive als Resultate von Konstruktionsverfahren begreift. Im Rückgriff auf Galileis „auflösende Methode“ wird am Beispiel des Pendels gezeigt, dass zentrale Einsichten – wie der Isochronismus – nicht aus anschaulicher Gegebenheit hervorgehen, sondern aus der Trennung und Neukonstruktion von Zeit, Bewegung und Länge. Ein computergeneriertes Lichtpendel dient dabei als Demonstration dafür, dass visuelle Anschaulichkeit ohne begriffliche Orientierung verkehrte Abhängigkeitsverhältnisse nahelegen kann, die aus der Darstellung selbst hervorgehen.
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 26.05.2005. Muster als ästhetische Kategorie oder Galileis „auflösende Methode“ versus Idealisierung und der Einbildung vom unmittelbar Gegebenen. Im Rahmen des: center, Kurfürstenstr. 174, Berlin, 26. Mai 2005.
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2004 – Bild, Wort und Wissenschaft. Das Ringen um ein Verständnis der visuellen ErkenntnisBild, Wort und WissenschaftDas Ringen um ein Verständnis der visuellen Erkenntnis
Abstract
Der Vortrag untersucht das Verhältnis von visueller Wahrnehmung, begrifflicher Erkenntnis und wissenschaftlicher Modellbildung an der Schnittstelle von Kunsttheorie, Philosophie und Naturwissenschaft. Ausgangspunkt ist Paul Gauguins Gemälde Vision nach der Predigt oder Jakobs Kampf mit dem Engel (1888), das als künstlerische Reflexion unterschiedlicher Modi des Sehens – Wahrnehmen, Vorstellen und Einsehen – interpretiert wird. Diese Analyse wird mit einer historischen Rekonstruktion des Begriffs „Anschauung“ verbunden, dessen althochdeutsche Neubildung (anscouuungo) auf Notker den Deutschen (St. Gallen, um 1000) zurückgeht und ursprünglich eine nicht-sinnliche Form der Erkenntnis bezeichnet. Im weiteren Verlauf spannt der Vortrag einen Bogen von mittelalterlicher Kontemplation über Galileis und Descartes’ Naturphilosophie bis zur physiologischen Zeichentheorie bei Johannes Müller und Helmholtz. Dabei wird gezeigt, dass sowohl Kunst als auch Wissenschaft sich von einer abbildtheoretischen Auffassung des Erkennens lösen und stattdessen mit Zeichen, Modellen und operativen Verfahren arbeiten. Abschließend wird diese Perspektive gegen empiristische und neurowissenschaftliche Modelle profiliert und mit Jean Piagets Kritik der Assoziationspsychologie in Beziehung gesetzt.
Bibliographische Angabe
Schwarz, Michael, 11.07.2004. Bild, Wort und Wissenschaft. Das Ringen um ein Verständnis der visuellen Erkenntnis. Im Rahmen von: Einblick Ausblick 2004, 14.–17. August 2004. Muthesius Hochschule für Kunst und Gestaltung, Lorentzendamm 6–8, 24103 Kiel.